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Straßburg/Strasbourg
Von Baden-Baden aus erreichen Sie in etwa 45
Minuten Straßburg, das unweit der
Mündung der Ill in den Rhein liegt.
Auto fahren in
Straßburg, besonders in der Innenstadt,
verlangt viel Geduld und gute Nerven: dichter
Verkehr, selten freie Parkplätze während
der Hauptverkehrszeiten. Tiefgaragen gibt es in der
Innenstadt am Place Gutenberg, bei den Hallen, am
Bahnhof, am Place Broglie, am Place l'Homme de Fer.
Man kann aber auch außerhalb parken (Place de
l'Etoile ist ausgeschildert) und mit der Tram/dem
Bus in die Innenstadt fahren. Lassen Sie keine
Wertsachen im Auto.
Die Hauptsehenswürdigkeit ist
das in jahrhundertelanger Bauarbeit errichtete
Münster. Allgemein
kennzeichnend für den gotischen Baustil, der
vom 12. bis 15. Jahrhundert vorherrschend war, sind
das dreischiffige Langhaus, die
Maßwerkfenster, die Maßwerkrose und die
spitzen Doppeltürme. Mit dem Bau des
Münsters wurde gegen Ende des 12. Jahrhunderts
begonnen, es wurde erst 1439 fertiggestellt. Danach
wurden nur noch kleinere Abänderungen
vorgenommen.
Durch die lange Bauzeit waren viele Künstler
aus allen Teilen Europas mit ihren zahlreichen
verschiedenen Baustilen beteiligt. Trotz allem ist
das vollendete Bauwerk kein
Stückwerk.
Das ist besonders
eindrucksvoll an der Westfassade zu erkennen. Jedes
Stockwerk wurde von einem anderen Künstler
erstellt. Im ersten Stockwerk sind nur vertikale
Elemente vorhanden, während horizontale im
zweiten und vor allem im dritten Stockwerk
zunehmen. Die vertikalen und horizontalen Elemente
gleichen sich schließlich gegenseitig aus,
wodurch das Ganze zu einem großen Rechteck
wird. Es ist ein aus tausend harmonierenden
Einzelheiten bestehendes Gesamtgebäude, wie es
Goethe treffend beschrieb. Vor allem sollten Sie
auch Ihr Augenmerk auf die Fensterrose im zweiten
Stock richten, die vom Meister Erwin aus
Steinbach erbaut
wurde.
Die enorme Höhe können Sie bei gutem
Wetter nutzen und den Turm besteigen. Oben
angekommen findet der Besucher in 66 Meter
Höhe berühmte Namen im Sandstein
eingraviert. Wenn noch etwas Zeit bleibt, sollten
Sie sich einen Blick ins Innere der Kirche nicht
entgehen lassen. Dort ist vor allem am Hauptschiff
der gotische Baustil deutlich zu erkennen. Die
Mauerflächen wurden möglichst gering
gehalten, so dass es wie ein durchleuchtetes
Gebäude erscheint. Auf den zahlreichen
Fenstern sind vor allem Heilige zu sehen, auf der
Nordseite die männlichen und auf der
Südseite die weiblichen. Die Kunstrose am
westlichen Ende des Mittelschiffes wirkt von innen
noch beeindruckender als von außen. Im
südlichen Querhaus befindet sich die
astronomische Uhr aus dem 16. Jahrhundert. Sie ist
das einzige Stück im Münster, das aus der
Renaissance stammt. Bei ihrer Erbauung wirkten
Kunst, Wissenschaft und Technik zusammen.
Außer dem Münster Notre
Dame und vielen anderen alten Kirchen, außer
einer beeindruckenden Museumslandschaft, den
zahlreichen gewerblichen Kunstgalerien und den
ungezählten Adressen für Feinschmecker
kann Straßburg seinen Gästen auch manche
Bequemlichkeit bei der Erkundung der Stadt und
ihres Umlandes bieten. Besichtigungsfahrten in
Glaskuppel-Aussichtsbooten über die Ill und
die Kanäle, Ausflüge auf dem Rhein und
auch die Stadtrundfahrt mit einer Kleinbahn
gehören längst zum touristischen
Standardprogramm.
Straßburg
ist der Sitz des Europarats. Einmal im Monat
versammelt sich in den Gebäuden des Europarats
auch das Europäische Parlament für eine
Woche. Über beide Institutionen können
sich Besucher bei einer Führung
informieren.
Wer einen Besichtigungsbummel durch
Straßburg plant, sollte sich bei einer der
drei Tourist-Informationen am Bahnhof, am
Münsterplatz und an der Europabrücke den
aktuellen, kostenlosen Veranstaltungskalender
besorgen. Er könnte sonst eines der vielen
Festivals versäumen, die praktisch rund ums
Jahr stattfinden. Regelmäßig werden auch
während der Sommermonate im Hof des
Rohan-Schlosses sonntags morgens um halb elf von
Trachtengruppen folkloristische Aufführungen
geboten. Und jeden Dienstagabend um halb neun
treten auf der Place Benjamin Zix sowie mittwochs
um dieselbe Tageszeit auf der Place du
Marché-aux-Couchons-de-Lait elsässische
Volksmusiker zu stimmungsvollen Konzerten auf.
Antiquitätenliebhaber sollten wissen,
daß es über 30 Trödlerläden
und Boutiquen mit alter Kunst und Kunstgewerbe gibt
und das mittwochs und samstags auf der Place du
Vieil-Hôpital ein großer Flohmarkt
abgehalten wird. Zur selben Zeit treffen sich
Bücherfreunde aller Länder an der Place
Gutenberg.
Natürlich können Sie sich Straßburg
auch ganz schlicht auf Spaziergängen fern
jeden Spektakels erschließen: vom
Münster zum Vauban-Wehr bei den (früher
einmal) Gedeckten Brücken, von der
Thomaskirche mit dem Grabmal für Moritz von
Sachsen längs der Ill zur merowingischen
Stephansabtei (St. Etienne), durch den
Orangeriepark zum Europapalast. Abends aber (von
April bis Oktober - immer viertel nach acht) sollte
der Weg ins Münster führen: zur deutsch
kommentierten Geschichtsstunde mit famosen Licht-
und Toneffekten!
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