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Das Elsass
Die (deutsche) Sprache der
Elsässer
Seit der alemannischen und fränkischen
Besiedelung im frühen Mittelalter wurde im
Elsass mehrheitlich Elsässerdeutsch
gesprochen. Dieser alemannische Dialekt weist
große regionale Unterschiede auf.
Nach der Eroberung des Elsass durch
französische Truppen 1639 blieb die deutsche
Sprache bzw. der elsässische Dialekt bis zur
Zeit der Französischen Revolution die
beherrschende Umgangssprache. Nach der
Französischen Revolution änderte sich die
Sprachpolitik des französischen Staates, der
danach für Frankreich die sprachliche Einheit
propagierte. So drang die französische Sprache
insbesondere in Straßburg sowie in
bürgerlichen Kreisen der anderen Städte
vor. Auf dem Land dagegen konnten die
Maßnahmen der französischen Staatsmacht
den Dialekt nicht grundlegend ändern. Hier
breiteten sich allenfalls französische
Wörter aus.
Mit dem Anschluss des Elsass an das Deutsche Reich
1871 wurde Hochdeutsch wieder als Amtssprache
eingeführt. Die Sprachenfrage wurde in einem
Gesetz vom März 1872 zunächst so
geregelt, dass grundsätzlich die amtliche
Geschäftssprache deutsch war, jedoch in den
Landesteilen mit überwiegend
französischsprechender Bevölkerung den
öffentlichen Bekanntmachungen und Erlassen
eine französische Übersetzung
beigefügt werden sollte. In einem weiteren
Gesetz von 1873 wurde für die
Bezirksverwaltungen von Lothringen und die
Kreisverwaltungen derjenigen Kreise, in denen die
französische Sprache ganz oder teilweise
Volkssprache war, der Gebrauch des
Französischen als Geschäftssprache
zugelassen.
In einem Gesetz über das Unterrichtswesen von
1873 wurde geregelt, dass in den Gebieten, wo
Deutsch gesprochen wurrde, ausschließlich
Deutsch die Schulsprache war, während in den
Gebieten mit überwiegend
französischsprechender Bevölkerung der
Unterricht ausschließlich in
französischer Sprache gehalten werden
sollte.
Als das Elsass 1918 wieder an Frankreich fiel,
änderte der französische Staat diese
liberale Sprachregelung und kehrte zu einer
restriktiven Sprachpolitik zurück. In Schulen
und Verwaltung wurde ausschließlich die
französische Sprache zugelassen. Unter anderem
als Folge dieser Politik ist Elsässerdeutsch
heute vom Aussterben bedroht.
In den Schulen wird heute die hochdeutsche
Schriftsprache überwiegend als eine
Fremdsprache unterrichtet und ansonsten
Französisch. In bilingualen Schulen wird der
Unterricht allerdings in Hochdeutsch gehalten. Im
September 2003 besuchten 13000 Kinder im Elsass
diese bilinguale Schulform. Die Mehrheit der
älteren deutschen Generation spricht
umgangssprachlich weiterhin ihre elsässische
Mundart; die jüngeren Generationen,
insbesondere in den größeren
Städten, sprechen vorwiegend Französisch,
was aber auch auf eine stärkere Durchmischung
der Bevölkerung und intensivere Kontakte zu
anderen französischen Zentren
zurückzuführen sein dürfte.
Intellektuelle, etwa Liedermacher und Dichter (z.
B. André Weckmann) beschreiben die
Tragödie des langsamen Aussterbens des
elsässischen Dialekts.
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