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Surrealismus
Diese Kunstrichtung entwickelte
sich nach dem Ende des 1. Weltkrieges in Paris und
umfasste sowohl die avantgardistische Literatur,
als auch die bildende Künste. Die Bezeichnung
"Surrealismus" geht auf Guillaume Apollinaires
zurück und etablierte sich durch André
Bretons "Erstes Manifest des Surrealismus" aus dem
Jahre 1924.
Der Surrealismus in der bildenden Kunst ging direkt
aus der Dada-Bewegung hervor. Ausgehend von der
Psychoanalyse Sigmund Freuds, versuchten die
Künstler dieser Richtung nicht länger,
äußere Wirklichkeit darzustellen,
sondern sie thematisierten stattdessen das
Unterbewusste, das Irrationale und das Triebhafte.
So sind surrealistische Kunstwerke eher mit
Abbildungen von Träumen zu vergleichen, denn
die Künstler entwickelten eine visionäre
und rauschhafte Bildersprache.
Diese Kunstrichtung hatte jedoch relativ schnell
ihren Zenit überschritten, denn schon 1930
zeigten sich erste Zerfallserscheinungen der
Bewegung. Surrealistische Tendenzen hingegen sind
bis heute in der Literatur zu finden.
In der bildenden Kunst wurden die Surrealisten von
so unterschiedlichen Künstlern wie Hieronymus
Bosch, Paolo Uccello, Giuseppe Arcimboldo, William
Blake, Odilon Redon, Marc
Chagall und Paul
Klee inspiriert. Von der Malweise
Giorgio De Chiricos übernahm ein Teil der
Künstler den Hang zur Darstellung
bühnenhaft-unwirklicher und perspektivisch
verzerrter Räume.
Vertreter surrealistischer Malerei und Plastik
waren zunächst Künstler, die sich vom
Dadaismus abgewandt haben, wie Marcel Duchamp,
Francis Picabia, Max Ernst, Hans
Arp und Man Ray. Um 1925 stießen
André Masson und Joan
Miró hinzu. Miró wurde, da seine
Kunst dem dogmatischen Führer der Gruppe,
André Breton, zu individualistisch erschien,
bald wieder ausgeschlossen.
Danach kamen Yves Tanguy, René Magritte und
Alberto Giacometti zur surrealistischen Gruppe.
Salvador Dalí trat 1930 bei, wurde aber
schnell aufgrund seiner kommerziellen Ausrichtung
kritisiert.
In Belgien sind Paul Delvaux, in der
Tschechoslowakei Jendøich Ztyrský und
Toyen, in Dänemark Wilhelm Freddie und in
Schweden Max Walter Svanberg den Surrealisten
zuzurechnen.
In Deutschland zeigten die Arbeiten Richard Oelzes,
Edgar Endes und Mac Zimmermanns stark
surrealistische Einflüsse.
In der surrealistischen Malerei unterscheidet man
gemeinhin zwei Tendenzen: Künstler wie
Dalí und Magritte versuchten, realistisch
dargestellte Objekte der Erfahrungswelt aus ihrem
Zusammenhang herauszunehmen und in neue,
irrationale Sinnzusammenhänge einzubinden
(veristischer Surrealismus).
Masson, Miró oder Arp entwickelten eine zu
abstrakt-organischen Formen tendierende Zeichenwelt
(absoluter Surrealismus).
In den USA wurde durch die die Anwesenheit
surrealistischer Künstler während des 2.
Weltkrieges (Man Ray, Paul Ernst, Yves Tanguy) der
Abstrakte
Expressionismus vom Surrealismus geprägt.
In Frankreich waren nach dem Tod André
Bretons am 26. September 1966 erste Schritte
unternommen worden, seine umfangreiche
künstlerische Hinterlassenschaft in einem
André-Breton-Museum oder einer
Surrealismus-Stiftung als französisches
Kulturerbe zu erhalten. Jahrzehnte gingen ohne
Verwirklichung des Vorhabens ins Land. Tochter und
Enkelin André Bretons beschlossen darauf
hin, den Nachlass, dessen Wert auf 30 Millionen
Euro geschätzt worden war, versteigern zu
lassen. An 17 Versteigerungstagen im April 2003
wurde ein Rekorderlös von 46 Millionen Euro
erzielt. Mehr als 6000 Objekte kamen unter den
Hammer. Teuerste Einzelstücke waren Hans Arps
Relief "Frau", das ebenso wie Joan Mirós
Gemälde "Le Piège" für 2,5
Millionen Euro versteigert wurde. André
Bretons Originalausgabe "Was ist Surrealismus"
erhielt für 243000 Euro einen neuen Besitzer.
Der französische Staat, der in Sachen Museum
oder Stiftung untätig geblieben war, erwarb
335 Objekte im Gegenwert von 11,8 Millionen
Euro.
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