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Richard Meier: Neubau für die Sammlung Frieder
Burda bildet ein einheitliches Ensemble mit der
Kunsthalle.
Ein Gewinn für
Baden-Baden
Der New Yorker Star-Architekt Richard Meier sieht
den geplanten Neubau der Sammlung Frieder Burda als
einheitliches Ensemble mit der angrenzenden
Staatlichen Kunsthalle in Baden-Baden. Bei der
Präsentation der Pläne in der Kunsthalle
Baden-Baden erklärte Meier: "Das neue
Gebäude entwickelt sich harmonisch entlang der
Lichtentaler Allee und ergänzt die angrenzende
Kunsthalle. Maßstab und Proportionen des
Neubaus beziehen sich auf die Kunsthalle, damit ein
einheitliches Ensemble entsteht." Gleichzeitig
behalte jede Institution ihre eigene
Identität. Die Grundfläche des Museums
Frieder Burda entspricht in etwa der Fläche
der Kunsthalle. Der Neubau bleibt in der Höhe
niedriger als die Kunsthalle.
Fast alle Bäume bleiben
erhalten
Ein wichtiges
Ergebnis der neuen Planungen durch Richard Meier
ist der Schutz der Bäume in der Lichtentaler
Allee. Während ursprünglich rund 35
Bäume hätten gefällt werden
müssen, werden beim New Yorker Architekten nur
circa fünf Bäume weichen. Richard Meier
hat damit auf die Bedenken wegen des Abholzens von
Bäumen reagiert und das Gebäude mehr in
die Rasenfläche geschoben. So bleiben die
meisten Bäume, auch die wertvolle alte
Blutbuche, die als sehr schützenswert
eingestuft ist, erhalten. Die Grünzone
zwischen Friedrichstraße und Museum bleibt
bestehen. Bei den ersten Planungen der
früheren Architektin wäre der
Grünstreifen durch das bis an die
Friedrichstraße heranreichende Gebäude
auf einer Länge von rund 100 Metern verloren
gegangen.
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Sammler und Bauherr Frieder Burda:" Das
Naturdenkmal Lichtentaler Allee hat für mich
einen sehr hohen Wert. Ich habe mit der neuen
Planung auch auf Einwände aus der
Öffentlichkeit wegen des Baumbestandes
reagiert." Der Wechsel zu Richard Meier erfolgte im
Mai 2001, nachdem die Planungen der bisherigen
Architektin erheblich größer und
ausladender geworden wären, als dies
ursprünglich vorgesehen war. Richard Meier
wird deutlich weniger Fläche verbrauchen, der
umbaute Raum ist rund ein Drittel geringer als in
den früheren Planungen. Die
Ausstellungsfläche mit rund 800 Quadratmetern
ist um etwa 400 Quadratmeter geringer als
ursprünglich geplant.


Modell des künftigen Museums
Foto ©
Wolfgang Peter
Von großer Bedeutung ist die Symbiose
zwischen Kunsthalle und dem Neubau der Sammlung
Frieder Burda. Diese Form des Zusammenspiels
zwischen staatlichem Kulturauftrag und privater
Kulturförderung ist bislang einzigartig in
Europa. Mindestens einmal jährlich soll eine
große gemeinsame Ausstellung in beiden
Häusern realisiert werden. Auch sonst legt
Frieder Burda großen Wert auf eine enge
Zusammenarbeit der beiden Institutionen, deren
Verbindung durch die gläserne Brücke zum
Ausdruck kommt.
Der Neubau der Sammlung Frieder Burda wird etwa 15
Millionen Euro kosten und vollständig von der
Frieder Burda Stiftung getragen. Es kommen keine
öffentlichen Mittel zum Einsatz. Der Baubeginn
soll 2002 sein. Mit der Fertigstellung wird 2004
gerechnet.
Eingefügt in
majestätischen Baumbestand
Im Detail
beschreibt Richard Meier seine Planung für das
neue Gebäude wie folgt: Die Sammlung Frieder
Burda ist eingefügt in den majestätischen
Baumbestand der Lichtentaler Allee. Von ihr
führt der Eingang direkt zum Neubau. Die
Lindenstaffel verbindet den Eingang mit der
Wohnbebauung im Westen. Die bestehenden und neu
angelegten Wege verknüpfen den Neubau mit der
Parkanlage und der umgebenden Bebauung.
Ein umgreifendes Wasserbecken auf der Süd- und
Ostseite verstärkt diese Einbindung des
Museumsgebäudes in die natürliche
Umgebung. Beim Betreten des Gebäudes bewegt
sich der Besucher durch die Empfangshalle in den
Ausstellungsbereich im Erdgeschoss und gelangt von
dort über eine Rampe, die durch die
Eingangshalle führt, auf das
Brückengeschoss und in die Ausstellungsebene
im Obergeschoss. Eine gläserne Brücke
bindet den Museumsneubau an die Eingangshalle der
Kunsthalle an. Diese Anbindung an die Kunsthalle
reduziert den Eingriff in das bestehende
Museumsgebäude auf das Minimum.
Über ein durchgehendes Oberlichtband gelangt
natürliches Licht in die obere
Ausstellungsebene des Neubaus und erzeugt damit
einen Schwebezustand. Der Zugang führt von der
Rampenhalle über eine Brücke, von der aus
der Blick zurück zum Park und zur
Eingangsebene der Halle möglich ist. Das
einfallende Tageslicht wird im Oberlichtband
während des Tages durch Lamellen kontrolliert
und fällt durch zurückgesetzte
Geschossdecken direkt in die Ausstellungsebene im
Eingangsgeschoss.
Ein kleines Gebäude mit Laderampe auf der
Westseite an der Friedrichstrasse ermöglicht
die Anlieferung von Kunstwerken und sonstigem
Material über einen Aufzug und einer
unterirdische Verbindung. Alle Architekturelemente
des Neubaus für die Sammlung Frieder Burda
sind untereinander so abgestimmt, dass sie die
vorhandene Baumbepflanzung, die Parkanlage und die
Kunsthalle sowohl einbinden als auch
respektieren.
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