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Alex Katz
gilt als einer der wichtigsten
Maler des figurativen Realismus. Lange Zeit war
Alex Katz ein Künstler, dessen Arbeitern zwar
von Insidern hoch geschätzt, vom breiten
Publikum jedoch ignoriert wurden. Dies hat sich in
den letzten zehn Jahren von Grund auf
geändert. Heute werden seine Werke weltweit in
den renommiertesten Galerien angeboten, das Bild
nicht unter 150.000 Euro. Seine Bilder waren u. a.
im Brooklyn Museum of Art, in der Staatlichen Kunsthalle
Baden-Baden, im Carnegie Museum of Art in
Pittsburgh, im Whitney Museum of American Art, in
den Hamburger Deichtorhallen und in der Bonner
Bundeskunsthalle zu sehen.
Seit über 50 Jahren malt Alex Katz vor allem
Porträts. Kathrin Pitterling beschreibt seine
Arbeiten so: "Die Figuren auf den Bildern von Alex
Katz wirken wie faltenlose Abziehbilder, makellose
Marionetten. Mit seinen Cutouts - ausgeschnittenen
Figurenbildern - fixiert er seine Objekte in der
Unnahbarkeit. Für ihn hat die Form Vorrang vor
der Psychologie. Er schildert kleine Gesten
menschlicher Beziehungen, hält flüchtige
Augenblicke fest, ohne in die Tiefe zu gehen. Neben
den Porträts hat er aber immer auch
Landschaften gemalt - menschenleer, einsam,
verdichtet in Farbe. Charakteristisch ist sein
großflächiger Stil." Alex Katz:
"Für mich muss ein Bild die Wirklichkeit
darstellen und zeigen, aber es ist eine
künstliche Realität. Das ist das
höchste, was ein Bild leisten kann. Mir als
Künstler geht es nicht um irgendeine Moral,
nicht um die Wahrheit, sondern um das Visuelle, die
Oberfläche der Dinge."
Während Katz in den 50er und 60er Jahren
seinen Stil entwickelte, war die Kunstwelt vom
"Action Painting" eines Jackson Pollock fasziniert. Katz blieb ein
Außenseiter. In Europa wurden seine Arbeiten
als zu "seicht", abgelehnt. In den USA sah man ihn
als unbedeutender "Mitläufer" der Pop
Art. Katz: "Ich habe aufgehört,
nett zu meinem Publikum zu sein, weil ich schon
früh schmerzliche Erfahrungen gemacht habe.
Meine ersten kleinen Bilder mochte niemand. In den
Galerien gab es einen Aufruhr, die Leute schrien.
Und als ich begann, große Köpfe zu
malen, war es eine richtige Beleidigung, weil die
Bilder nicht ins Wohnzimmer passten."
Dabei hatte sich Katz in den 50er Jahren bewusst
auf eine zeitgemäße, modische
Bildsprache festgelegt. Er bediente sich mit
Motiven aus der Hochglanzwelt von Zeitschriften,
Kino und Werbung. Dennoch blieben seine Arbeiten so
gut wie unverkäuflich. Ermutigt wurde er
dagegen von Kollegen wie Philip Guston und
Willem de Kooning. Anfang der 60er Jahre fand Katz
schließlich zu den für ihn typischen
überdimensionalen Formaten. Er kopierte die
Werbegrafiker von Pepsi oder Lucky Strike und
imitierte die Bildkompositionen großer
Regisseure wie Bergman und Antonioni.
Biografie
Alex Katz wurde am 24. Juli 1927 in Queens (New
York) als Sohn polnischer Einwanderer geboren. Von
1946 bis 1950 studierte er Kunst in New York und
Maine. Als "Schlüsselerlebnis" gilt seine
erste Begegnung mit Originalgemälden von
Matisse in einer Galerie im Jahr 1949. Katz war
beeindruckt vom flächigen Bildaufbau und der
dekorativen Farbgebung des Franzosen. Damals begann
seine Rebellion gegen den seinerzeit
vorherrschenden Abstrakten Expressionismus. Anfang
der 50er Jahre ließ er sich von den
Jazzimprovisationen des Saxophonisten Stan Getz
beeinflussen und beschloss, den "offenen" Stil des
Musikers auf seine Malerei zu übertragen.
Anregungen suchte er auch auf Plakatwänden, in
Hollywood und in Lifestyle-Magazinen, während
er als Werbegrafiker beim selben Arbeitgeber wie
später Andy Warhol jobbte.
Seine erste Einzelausstellung fand 1954 in der Roko
Gallery in New York statt und war ein totaler
Flopp. Auch in den folgenden Jahren blieb ihm die
Anerkennung weitgehend versagt. 1960 und 1964
entwarf er Bühnenbilder und Kostüme
für die Auftritte des Paul Taylor Dance
Company beim Spoleto-Festival. Erst ab Mitte der
80er Jahre widmeten ihm auch größere
Museen eigene Ausstellungen. 1999 verwendete der
Hollywood-Regisseur Neil LaBute Katz' Werke aus den
60er Jahren für den Vorspann seines Films
"Your friends and neighbors". Im April 2001 war
Alex Katz Gaststipendiat der American Academy in
Berlin-Wannsee. Er lebt in New York und Maine.
Mehr über Alex Katz finden
Sie
auf seiner Websiete
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