Correspondences
von Ray Johnson

Gebundene amerikanische Ausgabe, 224 Seiten, Flammarion-Pere Castor,
Maße: 21 x 28 cm,
Erscheinungsdatum: März 2000

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Ray Johnson


"Ray Johnson kann als der Vater der Mail-Art gelten. Nach einigen Ausstellungen in der New Yorker Schule des abstrakten Expressionismus freundet er sich mit Robert Rauschenberg und Cy Twombly an, hat sich aber bis heute von allen Trends fern gehalten und lebt außerhalb der Kunstszene in Locust Valley bei New York.

Mitte der 1950er Jahre beginnt er hunderte von kleinen Collagen zu produzieren, in die Elemente aus seiner gesamten Umwelt einfließen. Gleichzeitig wird der Postweg zu einem integralen Bestandteil der Entstehung seiner Arbeiten: er verschickt Collagen per Post, verwendet Teile aus seiner Post darin, schickt Stücke mit der Aufforderung sie weiter zu verschicken oder zu bearbeiten an Künstlerkollegen, verwendet die Resultate falls sie zu ihm zurückkommen erneut usw. Es entwickelt sich ein unabschließbarer Prozess, der zunehmend weitere Kreise zieht und zur Gründung der New York Correspondence School führt.

Allein Ray Johnson hat im Laufe der Jahre tausende von Mail-Art Stücken verschickt und wer mit ihm in Korrespondenz tritt, wird somit gratis zum Besitzer einer Sammlung seiner Werke. Aus der Keimzelle der New York Correspondance School ist eine weltweite Mailart Bewegung entstanden, deren Ausläufer auch nach der von Johnson 1972 an die New York Times geschickten "Todeserklärung" bis heute weiterwirken.

Ray Johnsons eigene Arbeit beinhaltet bereits viele Elemente, die sich dann in dem von ihm initiierten Künstlernetzwerk voll entfalteten: Johnson schafft kollektive Produkte, die aus der freiwilligen oder unfreiwilligen Beteiligung anderer entstehen, er wechselt dabei selbst immer wieder die Identität unter zahlreichen Pseudonymen und gründet in seiner Korrespondenz mehrere halb fiktive, halb reale Fanclubs und Themengruppen."

Text © Hochschule für Grafik und Buchkunst, Leipzig



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