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Zur Eröffnungsausstellung ist
ein Bestandskatalog im Hatje Cantz Verlag
erschienen.
Museum Sammlung Frieder Burda
von Heiner Bastian
Text von Dore Ashton, Heiner Bastian, Frieder
Burda, Klaus Gallwitz, Isabel Greschat, Thomas
McEvilley, Richard Meier, Uwe M. Schneede, Werner
Spies, Robert Storr.
Bestandskatalog der Gemälde und Skulpturen,
296 Seiten, mit 151 ganzseitigen
Farbabbildungen
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Eröffnungsausstellung
Sammlung Frieder Burda
Bis zum 20. Februar 2005 die Sammlung Frieder Burda
zum ersten Mal in ihren wichtigsten Schwerpunkten
zu sehen. Etwa 150 von insgesamt 550 Kunstwerken
der klassischen Moderne und der
zeitgenössischen Kunst umfasst die
Eröffnungsausstellung im Neubau von Richard
Meier und in der Staatlichen Kunsthalle
Baden-Baden. Den Rahmen für die international
renommierte Sammlung hat der New Yorker Architekt
mit einem lichten, offenen Bau mit zwei
großen Sälen, zwei Kabinetten und einem
Souterrain geschaffen.
Die beiden Häuser sind durch eine
gläserne Brücke miteinander verbunden;
auch inhaltlich ist die Brücke Programm:
Regelmäßig sollen gemeinsame
Ausstellungen stattfinden, die sich über beide
Museen erstrecken. Die Eröffnungsausstellung
"Sammlung Frieder Burda" ist zugleich der Beginn
dieser einzigartigen Partnerschaft zwischen
öffentlichem Kulturauftrag und privatem
Kunstengagement.
Die Ausstellung folgt weder chronologischen noch
kunsthistorischen Kategorien, sondern fragt nach
dem jeweils besten Ort für die Wirkung des
einzelnen Kunstwerks. Den Auftakt gibt das
Gemälde von Anselm Kiefer "Böhmen liegt
am Meer" im Foyer der Sammlung Frieder Burda: Das
Bild formuliert eine Utopie - Kunst denkt das
Unmögliche-, die als Motto für die
Sammlung und für das Museum insgesamt gelesen
werden kann.
Im neuen Museum sind im hohen Parterresaal
Großformate von Sigmar Polke, Georg Baselitz
und Gerhard Richter zu sehen, von Künstlern,
die einen Schwerpunkt der Sammlung bilden. Sieben
Gemälde und die einzige modellierte Skulptur
aus Picassos expressivem Spätwerk,
"Personnage", begegnen Werken amerikanischer
abstrakter Expressionisten: von Mark Rothko, Willem
de Kooning und Jackson Pollock, von Clyfford Still
und Adolph Gottlieb. Bilder von Max Beckmann und
eine Werkgruppe deutscher Expressionisten mit
Gemälden von Ernst Ludwig Kirchner, August
Macke und Alexej von Jawlensky hängen auf der
gleichen Ebene. Ein weiteres Kabinett am
Übergang zur Kunsthalle im Mezzaningeschoss
vereinigt die herausragende Kollektion früher
Bilder von Gerhard Richter.
Im großen Saal der Kunsthalle werden zentrale
Positionen der Sammlung noch einmal aufgegriffen,
hier sind Hauptwerke deutscher Malerei der zweiten
Nachkriegsgeneration versammelt: Gemälde von
Sigmar Polke und Gerhard Richter, Georg Baselitz,
Eugen Schönebeck und Markus Lüpertz. In
den anschließenden Räumen entfaltet sich
das Thema in kleineren Formaten und wird
ergänzt, durch Kabinette von Arnulf Rainer und
William Copley. Hier finden sich auch Räume
mit Gemälden und Skulpturen vor allem
amerikanischer Künstler wie Louise Bourgeois,
Richard Estes, Malcolm Morley und Alex Katz und,
dem zeitgenössischen Programm der Kunsthalle
entsprechend, Bilder einer jüngeren deutschen
Generation aus der Sammlung.
Die im neuen Museum ausgestellten Kunstwerke stehen
im Licht der Architektur Richard Meiers. Fenster
und Durchblicke setzen einen Dialog in Gang
zwischen Innen und Außen, zwischen Kunst und
Natur. Eine Rampe verbindet die verschiedenen
Geschosse. Um die Großzügigkeit und
Offenheit der Architektur in ihrer Wirkung nicht zu
beeinträchtigen, verzichtet die
Eröffnungsausstellung weitgehend auf den
Einbau von Stellwänden.
Auch der um 100 Jahre ältere Bau der
Staatlichen Kunsthalle von Hermann Billing, dessen
Abfolge kleinerer und größerer
Räume bis heute als besonders gelungenes
Beispiel wohl proportionierter und funktionaler
Museumsarchitektur gilt, ist im Nebeneinander mit
dem Bau von Richard Meier neu zu entdecken.
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