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Die Ausstellung
"Entartete Kunst"
Die Ausstellung "Entartete Kunst"
wurde am 19. Juli 1937 in München
eröffnet. Es waren 650 beschlagnahmte
Kunstwerke aus 32 deutschen Museen ausgestellt. Bis
April 1941 wanderte die Ausstellung in zwölf
weitere Städte und wurde insgesamt von 3
Millionen Menschen besucht. Die Ausstellung wurde
von Joseph Goebbels initiiert und von Adolf
Ziegler, dem Präsidenten der Reichskammer der
bildenden Künste, geleitet.
Gleichzeitig begann die Beschlagnahmung von rund
16.000 modernen Kunstwerken, die zum Teil ins
Ausland verkauft oder zerstört wurden. Die
Nationalsozialisten nannten diese Aktion
"Säuberung der deutschen Kunstsammlungen".
Bereits unmittelbar nach der Machtübernahme
der Nationalsozialisten wurden Berufsverbote
für Künstler und Museumsleute, die
moderne Kunst angekauft hatten, oder
Hochschullehrer ausgesprochen.
Als "Entartete Kunst" galten im NS-Regime alle
Kunstwerke und kulturellen Strömungen, die mit
dem Kunstverständnis und dem
Schönheitsideal der Nationalsozialisten nicht
in Einklang zu bringen waren: Expressionismus, Impressionismus, Dadaismus, Neue Sachlichkeit, Surrealismus,
Kubismus oder Fauvismus. Als "entartet" galten u.a. die
Werke von George Grosz, Ernst Ludwig
Kirchner, Max
Beckmann, Karl
Schmidt-Rottluff, Hans
Arp, Max Pechstein, Paul Klee, Max
Ernst, Otto Griebel oder Ernst Barlach.
In der Ausstellung "Entartete Kunst" wurden die
Arbeiten der betreffenden Künstler mit
Zeichnungen von geistig Behinderten gleichgesetzt.
Um bei den Besuchern Abscheu und Beklemmung
hervorzurufen, wurden die Werke mit Fotos
verkrüppelter Menschen kombiniert. Auf diese
Weise versuchten die Nationalsozialisten, den
Kunstbegriff der avantgardistischen Moderne ad
absurdum zu führen.
Diese Ausstellung "kranker",
"jüdisch-bolschewistischer" Kunst diente auch
zur Legitimierung der Verfolgung "rassisch
Minderwertiger" und politischer Gegner des
NS-Regimes.
Parallel zur Ausstellung "Entartete Kunst" zeigten
die Nationalsozialisten in der "Großen
Deutschen Kunstausstellung" im Münchner "Haus
der Deutschen Kunst", was man unter "deutscher"
Kunst zu verstehen habe.
Der Vernichtungsangriff auf die Moderne und ihre
Vertreter betraf nicht nur bildene Künstler,
sondern sämtliche Sparten der Kultur wie
Literatur, Film, Theater, Architektur oder
Musik.

"Entartete Musik"
Broschüre zur Ausstellung
Hans Severus Ziegler
Völkischer Verlag, 1939
Moderne Musik wie der Swing oder der "Nigger-Jazz"
wurden auf der am 24. Mai 1938 eröffneten
Ausstellung "Entartete Musik" ebenso
rücksichtslos diffamiert wie der
"Musikbolschewismus" von international bekannten
Komponisten wie Arnold Schönberg, Hanns Eisler
oder Paul Hindemith.
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