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Künstler im Museum
Frieder Burda Baden-Baden
COLOGNE FINE ART-Preis 2006 geht
posthum an Dieter Krieg (1937 - 2005)
"Allen Malern herzlichen Dank!"
Den mit 10000 Euro dotierten COLOGNE FINE ART-Preis
verleihen in diesem Jahr der Bundesverband
Deutscher Kunstverleger e.V. und die Koelnmesse
posthum an den im vergangenen Jahr gestorbenen
Künstler Dieter Krieg. Der COLOGNE FINE
ART-Preis, hervorgegangen aus dem
KUNSTKÖLN-Preis, zeichnet jährlich
Institutionen, die sich um grafische Werke
kümmern, oder Künstler aus, in dessen
Oeuvre das Prinzip der Serialität
beziehungsweise das Prinzip der
Vervielfältigung - sowohl in technischer als
auch in ästhetischer Hinsicht - eine zentrale
Rolle spielen. Der Preis wurde am Tag der
Vernissage (14.02.2006) auf der COLOGNE FINE ART
überreicht.
Dieter Krieg ist eine Ausnahmeerscheinung in der
deutschen Kunstlandschaft. Sein großartiges
Oeuvre gilt es in der Breite allerdings erst noch
zu entdecken. Bekannt wurde der sehr gebildete und
stille Künstler zunächst mit seinen
raumgreifenden Bildern. Seit den 80er Jahren hat er
sich auch intensiv mit der Radierung
beschäftigt. Als Druckformen nutzte er nicht
nur Metallplatten, sondern auch Aluminium und
Plexiglas. Oftmals hat er die - teils
großformatigen - Graphiken manuell mit
pastoser Acrylfarbe weiterbearbeitet oder
Materialien appliziert, so dass graphische Objekte
entstanden sind.
Wie in seiner Malerei wandte sich der Künstler
auch in seinen Graphiken alltäglichen,
unspektakulären Gegenständen zu. Ihrer
Banalität und relativer Bedeutungslosigkeit
hat er durch eine monumentale, dabei vielfach
ironische Darstellungsweise Aufmerksamkeit im
Medium der Kunst verschafft. Dieter Krieg war 25
Jahre Professor an der Düsseldorfer
Kunstakademie und hat als allseits beliebter und
geschätzter Lehrer mehrere
Künstlergenerationen in Deutschland
geprägt.
Mit seiner Frau Irene gründete Dieter Krieg im
Jahr 2004 eine Stiftung, die sein Oeuvre
wissenschaftlich aufarbeiten soll. Der
Künstler, der sich in seinen Malerei- und
Graphikzyklen sehr häufig mit dem Tod
auseinander setzte, hat mit dieser Stiftung ein
intelligentes, nachahmenswertes Modell zur
Erhaltung und Pflege künstlerischer
Nachlässe geschaffen.
Dieter Krieg starb im Herbst 2005 im Alter von 68
Jahren. Der Preis wird posthum verliehen und von
einem Vorstandsmitglied der Stiftung Dieter Krieg
entgegengenommen werden. Die Laudatio hält
Klaus Gallwitz, ehemaliger Direktor des Frankfurter
Städel-Museum, ehemaliger
Gründungsdirektor des Baden Badener Museums
"Sammlung
Frieder Burda"
und Kurator des Deutschen Pavillon der Venedig
Biennale 1978, den Dieter Krieg gemeinsam mit
Ulrich Rückriem bespielte.
Die Wahl von Dieter Krieg als Preisträger
trägt auch dem neuen Messekonzept der COLOGNE
FINE ART Rechnung. In der Sonderschau werden nicht
nur Radierungen, sondern auch Zeichnungen,
Gemälde und Objekte gezeigt. Außerdem
wird das komplette Band "Allen Malern herzlichen
Dank" zu hören sein - eine Konzeptarbeit von
Dieter Krieg, für die befreundete
Künstler, Galeristen, Museumsleute und
Studenten sämtliche, im Thieme-Becker
Künstlerlexikon gelisteten Künstlernamen
gesprochen und auf diese Weise "verewigt"
haben.
Die bisherigen Preisträger waren: Felix Droese
(1996), Ottmar Hörl (1997), Dieter Roth
(1998), Thomas Huber (1999), Thomas Bayrle (2000),
Astrid Klein (2001), Sigmar
Polke
(2002), Jörg Sasse (2003), Berliner
Kupferstichkabinett (2004), Thomas Schütte
(2005). Text: PR
Weitere Infos zu Dieter Krieg:
www.stiftungdieterkrieg.de
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