Peter Köpf
Die Burdas - eine Erfolgsgeschichte
320 Seiten, Hardcover
Europa Verlag Hamburg

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Franz Burda I., der Gründer des Clans, ging lieber zum Fasching als in seine Druckerei. Sein Sohn mit gleichem Namen aber mit Dr. davor, Franz II., sagte über den Firmengründer: "Nichts als eine Portion Schulden und eine kleine, mehr schlecht als recht gehende Druckerei hat er hinterlassen". 100 Jahre später ist Burda einer der größten Medienkonzerne der Welt. Alleine an mehr als 200 Zeitschriften weltweit ist das Burda-Imperium heute beteiligt.

Die Burdas


Die Erfolgsstory der "Könige der Ortenau" beschreibt der Autor Peter Köpf aus mehreren Blickwinkeln. Viel Klatsch und Tratsch steht in diesem gut recherchiertem Buch. Wie in der Bunten. Allein die Geschichte, wie Franz II., der Patriarch, an seinen Doktor-Titel kam, gibts in drei Versionen. Köpf gibt auch Auskunft darüber, warum Aenne, die Frau von Franz II., zu ihrem eigenen Verlag kam und warum sie damit so erfolgreich wurde.

Sex kommt im Buch kaum vor. Genau wie bei den Printprodukten der Offenburger. Erst Hubert Burda wollte Sex mit seinem gefloppten Männermagazin "M" verkaufen; ebenso mit seiner missratenen Printfamilie "Super!". Dies sind nur zwei von vielen Misserfolgen Hubert Burdas, der schon Jahre vor der Krise am Neuen Markt sein Internetprojekt "Europe Online" teuer in den Sand setzte. Ein europäisches AOL hatte Hubert also nicht geschafft.

Als seine erste Zeitung (Super!-Zeitung) ein Flopp wurde, da startete er, noch am selben Abend, sein nächstes Millionenprojekt: Focus. Das wurde dann endlich mal ein großer Erfolg für den jüngsten, immer noch aktiven Burda.

Genau wie Focus serviert auch der Autor appetitliche Infohäppchen, nur ohne die Grafiken dazu. Lediglich historische Fotos aus dem Familienalbum der Burdas findet man im Innenteil. Gewünscht hätte man sich einen visuellen Stammbaum der Dynastie und ein Stichwortverzeichnis, denn in diesem Buch schlägt man immer wieder gerne nach.

Der Autor konnte in den unveröffentlichten Memoiren von Franz Burda II. nachschlagen. Nicht nur Erfolge sondern auch die "Leichen im Keller" des Verlegers werden beschrieben. Burdas "Bunte" hieß zunächst "Das Ufer" und schenkte Altnazis ein rettendes Ufer, wie Köpf notiert. Burda druckte Landkarten für Rommel, durfte deshalb in Offenburg bleiben und musste nicht nach Stalingrad. Sonst wäre die deutsche Pressegeschichte vielleicht anders gelaufen - und, ganz sicher, um viele bunte Geschichten ärmer.

Auch der Machtkampf um das Erbe von Franz II. und die mannigfaltigen Intrigen zwischen seinen Söhnen (Franz III., Frieder und Hubert) nehmen einen breiten Raum ein in diesem Buch.


Das Buch ist im
Europa Verlag, Hamburg erschienen.


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