Stourdza Kapelle Baden-Baden

Die Stourdza-Kapelle in Baden-Baden
Foto © Wolfgang Peter

 


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Max Beckmanns Gemälde "Stourdza Kapelle (Regentag in Baden-Baden)" aus den Jahren 1935/36 ist jetzt an seinen Ursprungsort Baden-Baden zurückgekehrt.

"Zusammen mit dem Bild
Blick aus dem Fenster dokumentiert Beckmanns Stourdza Kapelle das Lebensgefühl des Künstlers in dieser Stadt, die er wiederholt besucht hat." (Dr. Isabell Greschat)

Damit befinden sich zwei der von Beckmann insgesamt etwa 10 Werke mit Bezug zu Baden-Baden und Umgebung nun in der Sammlung Frieder Burda.

"Stourdza Kapelle ist als Prospekt mehrerer hintereinander gestaffelter Kulissen angelegt. Im Vordergrund ist ein Fenster angeschnitten, in dem ein Blumenstrauß steht, ein bei Beckmann häufig vorkommendes Vergänglichkeitsmotiv. Die Kapelle selbst erscheint wie eine Bühne. Die Stimmung ist ein wenig düster, wie ein Vorbote auf schwierige Jahre in Deutschland. So begegnet uns in dem Bild aus der Baden-Badener Zeit ein Künstler, der als skeptischer Beobachter auf die Bühne des Lebens und der Politik schaut." (Dr. Isabell Greschat)

Man muss die ein wenig düstere Bildstimmung und den gewählten Bildaufbau nun nicht unbedingt mit Beckmanns seelischem Zustand und der damaligen politischen Situation in Verbindung bringen. Wer an einem Regentag in Baden-Baden die im spätklassizistischem Stil erbaute Grabkapelle der Stourdzas besichtigt, wird ein ebenso düsteres Ambiente vorfinden wie Beckmann vor etwa 70 Jahren. Beckmann war demnach ein guter Beobachter und hat die vorherrschende, etwas morbide Regentag-Stimmung in seinem Gemälde umgesetzt. Selbst den gelblich blühenden Rhododendron-Strauch vor der Kapelle findet man noch heute an der gleichen Stelle, wenn auch bedeutend größer. Typisch scheint für Baden-Baden auch die "Frau mit dem Hündchen" zu sein, die Beckmann an exponierter Stelle in seinem Bild platzierte. Auch Reinhold Schneider widmete in seinem Baden-Badener Roman "der Balkon" aus dem Jahre 1957 der "Frau mit dem Hündchen" ein Kapitel.

Bei der Reinigung des Ölgemäldes ergab sich eine kleine Sensation. Es galt bisher als unsigniert. Nach Abnahme von Staubschichten wurden zwei fast verblichene Signaturen entdeckt. Eine ist mit dem Datum 1935 versehen, die andere mit dem Jahr 1936. Offenbar beschäftigte den Maler das Bildthema über einen längeren Zeitraum. (WP)


Biografie Max Beckmann
Das Bild "Blick aus dem Fenster"
Max Beckmann im Centre Pompidou
Max Beckmann in der Tate Modern

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