Burda Museum Baden-Baden

 

 

 

Hans Arp

Illustration © Wolfgang Peter


Hans Arps Erbe
soll versteigert werden.

Das Erbe des in Straßburg geborenen Bildhauers und Malers Hans Arp (1887 bis 1966) soll im nächsten Juni in Paris versteigert werden. Der Nachlass der Nichte des Bildhauers, Ruth Tillard-Arp, hätte schon im Juni 1998 unter den Hammer kommen sollen, die Auktion wurde jedoch wegen eines Rechtsstreits um die 82 Werke verhindert. Die deutsche Stiftung Hans Arp und Sophie Taeuber-Arp hatten das Testament zu Gunsten des Arztes Claude Gubler, den langjährigen Freund des Künstlers und Exvorsitzenden der französischen Arp-Stiftung, angefochten. Ein Pariser Gericht hatte die Rechtmäßigkeit der Ansprüche Gublers bestätigt, der somit Universalerbe bleibt. Die im kommenden Juni stattfindende Versteigerung wird von dem Pariser Auktionshaus Calmels Cohen zusammen mit dem Kunstmakler Marc Blondeau organisiert. Näheres zu den Werken wollte das Auktionshaus nicht bekannt geben. Der Wert des Nachlasses wird von Experten auf drei bis vier Millionen Euro geschätzt.

© Badische Neueste Nachrichten

 

Künstler der Sammlung
Frieder Burda Baden-Baden


Hans (Jean) Arp

Hans Arp wurde am 16. September 1887 in Straßburg geboren.

Schon während seines Studiums an der Kunstgewerbeschule in Straßburg veröffentlichte Arp im Jahre 1904 seine ersten Gedichte.

Von 1904 bis 1908 studierte er an der Kunstschule Weimar und an der Académie Julian in Paris bildende Kunst.

1909 übersiedelte er nach Weggis in die Schweiz.

Arp war Gründungsmitglied der 1911 ins Leben gerufenen schweizer Künstlervereinigung "Moderner Bund". Er lernte Kandinsky kennen und knüpfte über ihn Kontakte zur expressionistischen Künstlergruppe "
Der Blaue Reiter" in München. 1912 wurden drei seiner Werke in der zweiten Ausstellung der Redaktion "der blaue Reiter" unter dem Motto "SCHWARZ-WEISS" in der Galerie Goltz in München ausgestellt.

Arps abstrakte Werke wurden 1915 in Zürich ausgestellt. Hier lernte er die Malerin Sophie Täuber kennen, die er später heiratete.

1916 illustrierte er Tristan Tzaras "25 Gedichte".

Arp gehörte zu einer Gruppe von Avantgardisten, die sich regelmäßig im Café Voltaire in Zürich trafen, um ihre pazifistische Einstellung öffentlich zu äußern und zu diskutieren. Diese Gruppe begründete die
Dada-Bewegung in der Schweiz und veranstaltete ein Kabarett, in dem Künstler ihre dadaistischen Werke vorstellten.

1919 zog Arp nach Köln. Hier schloss er Freundschaft mit Max Ernst und Johannes Baargeld. Mit beiden Künstlern stand Arp für den "Kölner Dadaismus", der sich durch politisch-provokante Arbeiten auszeichnete. Gemeinsam gaben sie die marxistisch orientierte Satire-Zeitschrift "Der Ventilator" heraus.

Ab 1920 wandte sich Arp in seinen Arbeiten stärker dem abstrakten Surrealismus zu.

Im Jahre 1923 begann für Arp die Zusammenarbeit mit dem in Hannover lebenden Dadaisten Kurt Schwitters. Arp verfasste Beiträge für die Zeitschrift "Merz". In gleichen Jahr siedelte er nach Paris über und nahm dort an der ersten Gruppenausstellung
der Surrealisten teil.

1926 zog Arp nach Meudon (heute: Clamart) in Frankreich und wurde am 20. Juli 1926 französischer Staatsbürger.

1931 begann er abstrakte Plastiken zu gestalten. Er wurde Mitglied der französischen Künstlergruppe "Abstraction-Création", die sich mit der reinen Abstraktion beschäftigte.

Von den Nationalsozialisten wurden 1940 Arps Werke als "
entartete Kunst" eingestuft und verboten. Nach der deutschen Besetzung Frankreichs floh Arp nach Grasse (bei Nizza) in den unbesetzten Teil Frankreichs.

1941 ließ sich Arp in Zurich nieder, wo 1943 seine Frau Sophie Täuber-Arp starb.

Von 1950 bis 1959 entwarf Arp mehrere Großplastiken für die Universitäten Harvard und Caracas sowie für das Gebäude der UNESCO in Paris. In den Jahren 1952 bis 1958 unternahm er Reisen nach Griechenland, Mexiko und in die USA. 1959 zog er nach Locarno (Schweiz) und heiratete Marguerite Hagenbach.

Hans Arp starb am 7. Juni 1966 in Basel.

Mehr Infos über Hans Arp:
www.arpmuseum.org

Mehr über Dadaismus
Zurück zur Übersicht Künstler



Dada Total

DADA total. Manifeste, Aktionen, Texte, Bilder.
von Angela Merte (Herausgeber), Karl Riha (Herausgeber), Jörgen Schäfer (Herausgeber)
Gebundene Ausgabe, 384 Seiten, Reclam Verlag, Ditzingen

Dieser Band der "Reihe Reclam" dokumentiert die wichtigsten Manifeste und Aktionen und enthält die besten Texte und Bilder dieser Bewegung, die ihre Zentren in Zürich, Berlin, Köln, Genf, Paris, und New York hatte.

Gleich bestellen

Kunstbücher suchen

   

Schnellsuche

Suchbegriff


 




© 2002-2006 by WAEPART Baden-Baden. All rights reserved.
Impressum