|
Tod am Hochrhein
Die Narren und die Mörder sind los im
idyllischen Laufenburg am Hochrhein, der das
Städtchen in einen deutschen und einen
Schweizer Teil trennt. Erreichbar sind beide unter
anderem über die steinerne
Altstadtbrücke, deren Brückenheiliger
nicht unbedingt Unheiliges abwenden kann. Zum einen
sind da die mordlüsternen Gedanken eines
gedungenen Auftragskillers, der ausgerechnet
Kriminaloberkommissarin Iris Terheyde vom Leben zum
Tod befördern soll. Zum anderen setzt eine
unbekannte Frau durch einen Sprung von der
Brücke ihrem Leben ein Ende, und zwar
ausgerechnet am Vorabend der Laufenburger
Städtlefasnacht. Deren buntes Gedränge
will der Auftragsmörder zur erfolgreichen
Umsetzung seiner Tat nutzen.
Doch es kommt anders. Da dem
baden-württembergischen Landeskriminalamt
Informationen über den geplanten Mord
zugegangen sind, wird Iris Terheyde, die in
Laufenburg aufgewachsen ist und der Kriminalpolizei
Waldshut-Tiengen zugeteilt ist, zu ihrem eigenen
Schutz kurzerhand zur Polizeidirektion Lörrach
versetzt, was ihre gerade begonnenen Ermittlungen
in Sachen unbekannter Toten unterbricht. Der
Mittdreißigerin mit wenig Interesse am
eigenen Äußeren wird der smarte junge
Kollege Martin Felix als Partner zugeteilt, der
seine liebe Not mit der Eigenwilligkeit und
Dienstregeln missachtenden Sturheit seiner
Vorgesetzten hat.
Obwohl in Lörrach mit einem neuen
rätselhaften Todesfall befasst, recherchiert
Iris Terheyde im Fall der Laufenburger Toten weiter
und stößt in beiden Fällen auf
einen Namen, der ihr aus der Kinder- und Jugendzeit
bekannt ist: Max Trautmann. Der sich finanziell
gerade einmal über Wasser haltende
Werbegrafiker und Groschenromanschreiber
komplettiert den "Mystery-Reigen", der für
zwei weitere Personen zum Totentanz wird.
Der Reigen findet ein Ende, als Iris Terheyde
zäh und unermüdlich Stück für
Stück eines abstoßenden Geflechts aus
Kindesmissbrauch, Mord, Hass und Rachsucht zu Tage
gefördert hat. Gelegenheit zum Fasnachtfeiern
oder gar zum Bewundern der malerischen Gegend
bleibt ihr nicht. Die Autorin indes enthält
dem Leser weder die alemannische Fasnacht noch die
regionalen Besonderheiten vor. Und sie sorgt
dafür, dass die Kriminaloberkommissarin trotz
gelegentlicher hochgradiger Gefährdung
quicklebendig das Ende der Ermittlungsarbeit
erlebt. Hierdurch eröffnet sich die
Möglichkeit, das ungleiche Ermittlerduo ein
weiteres Mal bei seiner Arbeit zu begleiten.
Das Buch ist im Emons Verlag erschienen.
Rezension:
Rika Wettstein, Baden-Baden
|
|

Der Badische Krimi, Band 11
Tod am Hochrhein
Petra Gabriel
256 Seiten, Broschur, Emons Verlag

|
|