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Tapisserien
Wandteppiche aus den staatlichen
Schlössern Baden-Württembergs
Bildteppiche schmückten
bereits im Altertum öffentliche Räume,
lehren die einführenden Worte zum
Bestandskatalog der Wandteppiche aus den
staatlichen Schlössern
Baden-Württembergs. Vom späten
Mittelalter bis zum Ende des 18. Jahrhunderts
erlebten die gewirkten bunten Kostbarkeiten in
Mitteleuropa eine derart unglaubliche Nachfrage,
die sich nicht allein dadurch erklären lassen
kann, dass man sich in Schloss- und
Klosterräumen gegen Kälte schützen
wollte und deshalb dekorative Wandteppiche
aufhängte.
Die Entwicklung der Tapisserie-Manufaktur ist nicht
nur spannend beschrieben, sondern ist selbst ein
hochspannendes Phänomen, das eng mit der
geschichtlichen Entwicklung jener Zeit
verknüpft ist.
Als Beispiel sei nur die Gründung der
königlichen Tapisserie-Manufaktur durch Ludwig
XIV. auf dem ehemaligen Geländer der
Wollfärberfamilie Gobelin angeführt.
Diese Manufaktur wurde derart erfolgreich, dass in
der Folgezeit bis heute "Gobelin" als Synonym
für Tapisserie gilt.
Wie Tapisserien entstehen, wird ebenfalls bestens
erklärt, bevor die Beschäftigung mit den
Wandteppichen in den staatlichen Schlössern
Bruchsal, Heidelberg, Karlsruhe, Stuttgart und
Ludwigsburg, Mannheim, Rastatt und Weikersheim
beginnt.
Die Ausführungen zu den jeweiligen
Schlössern sind auch ohne Benutzung des
Inhaltsverzeichnisses sehr gut zu finden, da in den
oberen Seitenecken die Namen der Schlösser
eingedruckt sind.
Bevor die ausgewählten Wandteppiche im Detail
beschrieben werden, wird Erläuterndes zu jedem
einzelnen Schloss angeboten, wobei auch dem
Geschichtsunbewandertsten klar werden muss, dass
sich das heutige Baden-Württemberg aus Teilen
der ehemaligen Herrschaftsbereiche der badischen
Markgrafen und späteren
Großherzöge, der württembergischen
Herzöge und späteren Könige, der
Fürstbischöfe von Speyer, der
pfälzischen Kurfürsten und der Grafen von
Hohenlohe zusammensetzt.
Danach ist Bestaunen und Bewundern an der Reihe.
Kunstvoll gefertigte Bildteppiche jeder Art, ob
biblischen oder landschaftlichen Motivs, ob
Jagdszenen oder Kriegsgetümmel, ob
mythologischen Gehalts oder profane Alltagsszenen
wie ein Gelage in Schänke wiedergebend, ob
Circensisches oder gar das Krönungsbild
Napoleons I. in Wolle und Seide gewirkt, bieten
einen derartigen Abwechslungsreichtum, dass die
ganze Pracht sicherlich nicht auf einmal
aufgenommen werden kann.
Wer Gobelin-/Tapisserie-Liebhaber ist und zudem
noch Interesse für Geschichte aufbringt, der
wird mit diesem außergewöhnlichen
Bestandskatalog hochzufrieden sein.
Edition Diesbach verlegt den Bestandskatalog.
Rezension:
Rika Wettstein, Baden-Baden
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Tapisserien
Wandteppiche aus den staatlichen
Schlössern Baden-Württembergs
5. Band der Reihe "Schätze aus
unseren Schlössern" der Staatlichen
Schlösser und Gärten
Baden-Württemberg
240 Seiten, rund 300 vielfach farbige
Abbildungen, Broschur, Edition
Diesbach
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