Straßenfeger

"Ein Amerikaner in Paris", das Gershwin-Film-Musical mit dem überragenden Gene Kelly als begeisterter Kunstmaler Jerry Mulligan, ist seit einem halben Jahrhundert weltweit bekannt.

Der im Kriminalroman "Straßenfeger" vorgestellte Amerikaner in Karlsruhe hat es vom Jahr 2003 bis zum Jahr 2006 immerhin bis zur dritten gedruckten Auflage gebracht. Womit auch dieser Amerikaner einen gewissen Bekanntheitsgrad erreicht hat. Und dies nicht zu Unrecht.

Dan McAdam heißt der Amerikaner, der seit kurzem als Detektiv in Karlsruhe tätig ist. Die Schilderung der Beweggründe hierfür treibt die Mundwinkel nach oben. Die Beschäftigung mit seinem aktuellen Auftrag, die Ehefrau des Karlsruher Straßenbahnchefs zu beobachten, reizt weiter zu vergnügtem Schmunzeln.

Anlass zu Vergnügen haben hingegen weder zwei Straßenbahnfahrerinnen noch ein Straßenbahnfahrer unter deren 50 Tonnen schweren Nahverkehrsmitteln im bestens ausgebauten Karlsruher Schienennetz innerhalb dreier Wochen drei Menschen zu Tode kommen. Anfangs als Unglücksfälle eingestuft, verdichten sich Hinweise, es handele sich in allen drei Fällen um Mord.

Nicht nur Karlsruher Kriminalpolizisten sind mit der Aufklärungsarbeit betraut, sondern auch Dan McAdam wird im Auftrag der Karlsruher Verkehrsbetriebe ermittelnd tätig. Polizei und Detektiv kommen sich dabei mehrfach in die Quere und in einem Fall näher. Die Polizeikommissarin Conny Hartmann hat es dem werdenden Vater angetan, weswegen er die rangniedrigste und einzige Beamtin in der Mordkommission mit ergänzenden Informationen versorgt und damit deren Denk- und Einsatzbereitschaft erhöht.

Nach der Aufklärung der Mordfälle muss sie sich deshalb vom Chef der Mordkommission anhören, nicht fürs Denken bezahlt zu werden. Dies solle sie den Vorgesetzten überlassen. Dem wird wohl auch so sein, ist zu vermuten. Denn Conny Hartmann trägt sich nach diesem Verweis mit dem Gedanken, den Polizeidienst zu quittieren. McAdams Frau Uschi hat für diesen Fall eine Patentlösung parat. Hartmann und McAdam sollen künftig zu zweit Detektivarbeit leisten.

Die Umsetzung dieses Vorschlags in Form eines Folgeromans dürften all diejenigen begrüßen, die Freude an spannenden Szenen, eindrucksvollen Charakterstudien, kurzweiligen Formulierungen und humorvollen Randnotizen haben. Dan McAdam wäre damit die Chance eingeräumt, seinen Bekanntheits- und Beliebtheitsgrad als Amerikaner in Karlsruhe zu steigern.

Bis es so weit ist, mögen Freunde abwechslungsreicher Kriminalromane mit dem "Straßenfeger", den eine Amerikanerin aus Karlsruhe über einen Amerikaner in Karlsruhe geschrieben hat, ergötzliche Stunden verbringen.

Das Buch ist im
Heyne Verlag erschienen.

Rezension:
Rika Wettstein, Baden-Baden

Straßemfeger - Karen Adams

Straßenfeger
Von Karen Adams
Aus dem Amerikanischen von Juliane Zaubitzer
303 Seiten, broschiert, Heyne Verlag

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