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Sdaiv
Die Entführung der
Fußball-Nationalmannschaft
Vorweg sei die Frage nicht danach gestellt, wer
sich vorstellen kann, was Sdaiv ist, sondern
danach, wodurch sich ein gutes Buch auszeichnet.
Eine mögliche Antwort bietet sich an:
Wenn sich Unmut einstellt, es aus der Hand legen zu
müssen.
Es gibt wenige Bücher, welche diese
Qualität aufweisen. Das Freeman-Buch ist ein
solches, selbst wenn man sich als absoluten
Fußballmuffel empfinden sollte.
Um Fußball dreht sich zwar das
verbrecherische Konzept, dem die deutsche
Fußball-Nationalmannschaft zum Opfer
fällt. In erster Linie wird die Lektüre
jedoch durch die spannende Wiedergabe der Arbeit
der Ermittler und durch eine hinreißende
Persiflage des Behörden-, Funktionärs-
und Kompetenzgerangels zum Genuss.
Appetithappen auf dieses Lesevergnügen sind
die deutschen Fußballer, die mit ihren
Begleitern an einem sonnigen Maimittag im
Freiburger Raum spurlos verschwinden, und zwar 10
Tage vor Beginn der Fußballweltmeisterschaft
in Deutschland. Zu den Delikatessen zählt das
Gespann Sylvia Harter und Karsten Perch,
Kriminalhauptkommissare der Ermittlungsgruppe
Kapitalverbrechen der Polizeidirektion Freiburg.
Sie gehören mit rund einem Dutzend weiterer
Kriminalbeamter zur SOKO "Nationalmannschaft", die
schnellstens gebildet ihre akribische Arbeit
aufnimmt.
Fast minutiös, in gefälligem Schreibstil,
der sorgfältige Recherche und umfangreiche
Sachkenntnis verrät, wird der Leser in die
Polizeiarbeit mitgenommen, zum Nachdenken ebenso
angeregt wie zu gelegentlichem Schmunzeln, das sich
gegen Ende des an Überraschungen nicht gerade
armen Geschehens zuweilen auch in Lachtränen
verwandeln kann. Beispielsweise wenn der nach
Freiburg geeilte Bundesinnenminister erbost von
sich gibt, wenn seitens der Polizei auf
internationaler Ebene zusammengearbeitet werde, sei
dies "Sache des BKA und nicht die von zwei
dahergelaufenen Kleinstadtpolizisten".
Obwohl der Autor in seinem Nachwort beteuert, die
ganze Geschichte sei frei erfunden und jede
Ähnlichkeit oder Übereinstimmung mit
tatsächlich lebenden Personen sei rein
zufällig, kann schon anhand derlei
Szenenschilderungen die Vermutung aufkommen, das
Pseudonym Freeman könne zu Schutzzwecken vor
Verbal- und anderen Attacken z.B. des bis 2005
gewesenen Innenministers der rot-grünen
Regierungskoalition gewählt worden sein.
Was sich hinter Sdaiv verbirgt, ist noch vor der
Aufklärung dieses spektakulären
Entführungsfalls zu erfahren.
Angesichts der wenig glanzvollen Vorstellung der
deutschen Fußballelf am Aschermittwoch des
Jahres 2006, just 100 Tage vor Beginn der
wirklichen Weltmeisterschaft, gewinnt das
Kürzel real an Bedeutung.
Auch nach der Fußball-Weltmeisterschaft 2006
und unabhängig von deren Ausgang bleibt Sdaiv
ein bestens gelungener, Spannung sowie Unterhaltung
zeitigender Roman.
Das Buch ist im Schillinger Verlag erschienen.
Rezension:
Rika Wettstein, Baden-Baden
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Sdaiv
Die Entführung der
Fussball-Nationalmannschaft
Von Freeman
420 Seiten, broschiert, Schillinger
Verlag
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