Schlusslicht

Er geht. Der schwere erste Hauptkommissar hat tatsächlich sein Vorhaben, zum Jahresende 2005 den Polizeidienst mit dem vorgezogenen Ruhestand zu tauschen, wahr gemacht. Diejenigen, die Johannes Theuer, seine Lebensgefährtin Bahar Yildirim und deren Ziehtochter Babett Schönthaler, sowie Theuers "Jungs" und deren Eigenheiten noch nicht kennen, sind gut beraten, sich durch die Lektüre der Vorgängerkrimis auf den fünften und letzten Band der Serie einzustimmen, da sich sonst eine gewisse Ratlosigkeit mit der Unlust zum Weiterlesen einstellen könnte.

Allen Theuer-Kennern serviert Carlo Schäfer in seinem gewohnt deftig-kernigen, zuweilen zum vergnüglichen Schmunzeln oder gar mehr reizenden Stil in diesem letzten Theuerfall drei umeinander herumwabernde Geschichten, die durch Einflechtungen aus dem Privatleben der Protagonisten und spezielle Ansichten zur Heidelberger "Idylle" auflockernd angereichert sind.

Doch der Reihe nach:
Der neue Heidelberger Kriminaldirektor Dr. Magenreuter mit "spezieller dermatologischer Ausstattung", der "westdeutsche Afrikaner", einst als Eingliederungshelfer für den psychisch hochbelasteten seinerzeitigen Kripochef Dr. Seltmann aus dem Stuttgarter Innenministerium abgestellt, hat die Team-Idee seines Vorgängers ad acta gelegt, womit das Theuer-Team - eigentlich - das Ende seiner mehr als ungewöhnlichen Ermittlungsarbeit erfahren haben sollte. Da Theuer seinen Ruhestand anstrebt, könnte diese durchgreifende Maßnahme als nicht dramatisch gravierend eingestuft werden. Aber - am Valentinstag 2005 wird eine Leiche im Neckar entdeckt, und zwar genau an der Stelle, an welcher des Theuer-Quartetts erster Fall seinen Anfang genommen hat. Und: Der Tote hat in Verbindung zum damaligen Mordopfer gestanden.

Damit beginnt eine Mordserie, die offenbar wahllos attackierten Menschen durch Erschlagen. Erwürgen oder Erschießen das Leben kostet. Die von Dr. Magenreuter nach gutem altem Verfahrensmuster eingesetzte Sonderkommission bindet dem ersten Hauptkommissar und seinen drei Mitstreitern die Hände, zumal der Kriminaldirektor auf die Qualitäten eines international erfolgreichen Profilers setzt.

Theuer wäre nicht Theuer, wenn er seinem Bauchgefühl nicht folgte, was ihm letztendlich die nächste Suspendierung einbringt, ihn aber nicht davon abhält, seinem Verdacht nachzugehen, um gewissermaßen den "finalen Rettungsschuss" zu setzen. Allerdings entgegen der Magenrauterschen Einschätzung nach seinen ersten Erfahrungen mit den Extremindividualisten: "Da gibt es einen, der heißt Theuer, und der arbeitet mit dreien zusammen - gegen diese vier hilft nur der finale Rettungsschuss." Denn letztendlich bringen genau diese Vier Licht in das Nebelgewirr aus Mord und Totschlag.

Damit ist Schluss und Carlo Schäfers Feststellung aus seinem kurzen Vorwort: "..bei mir mischt sich Wehmut und Erleichterung" wird bei manchem wohl eher Wehmut zeitigen. Aber immerhin gibt es ja fünf Bücher, in welchen man die eine oder andere Szene immer wieder genießen kann.

Das Buch ist im
Rowohlt Verlag erschienen.

Rezension:
Rika Wettstein, Baden-Baden

Schlusslicht

Schlusslicht
Carlo Schäfer
256 Seiten, rororo-Taschenbuch, Rowohlt Verlag

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Weitere Schäfer-Krimis:
Im falschen Licht
Der Keltenkreis
Das Opferlamm
Silberrücken

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