Schicksalswege badischer Geschichte

Der an Abwechslungen reichen und spannenden Geschichte des Landstrichs im Südwesten Deutschlands, der von des französischen Kaisers Napoleon Gnaden im Jahr 1806 zu einem geschlossenen Territorium mit dem Status eines Großherzogtums wurde, ist in der Literatur mit einer Vielfalt an Aspekten begegnet worden. Die landesgeschichtliche Entwicklung Badens unter dem Gesichtspunkt regionaler Verkehrswege und Verteidigungslinien zu betrachten, fügt dieser Vielfalt eine weitere Variante hinzu.

Die Verkehrswege haben über Jahrtausende eine große Rolle gespielt, da die Region durchaus als Transitland gesehen werden kann, das bereits von den Römern als solches genutzt wurde, um vom Süden nach Norden und von Westen nach Osten zu gelangen. Dies lässt Amalie Heck im ersten von fünf Kapiteln wissen und beschreibt die beiden römischen Militärstraßen von Basel und Straßburg nach Mainz, sowie deren Abzweig von Rastatt über Pforzheim nach Cannstatt.

Bis allerdings das Land Baden unter
Großherzog Karl Friedrich und seinen Nachfolgern die alten Verkehrswege nutzen und ausbauen konnte, den Rhein zur gefragten Wasserstraße machte und Eisenbahnverbindungen durch das ganze Land einrichtete, was alles zum wirtschaftlichen Aufschwung des Landes und speziell seiner Residenzstadt Karlsruhe führte, tat sich allerlei an Gezänk, Intrigantentum und kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen Rhein und Schwarzwald, Main und Bodensee.

Die Franken waren im Mittelalter nach Süden bis zur
Oos gezogen, die zum Grenzfluss zwischen Alemannen- und Frankengebiet und zugleich südlicher Grenzfluss des Ufgaus, dem späteren Stammland der badischen Markgrafen, wurde. Gebietsstreitigkeiten der Grafen von Wirtemberg, die der Rheinebene zustrebten, und der Markgrafen von Baden, welche unter anderem ihren Verkehrsweg nach Pforzheim, der ersten Residenzstadt der protestantischen Markgrafenlinie, sichern wollten, bestimmten Jahrhunderte lang vor allem das zum Ufgau gehörende Alb- und Pfinztal, durch welches die frühere Römerstraße von Rastatt nach Pforzheim und Cannstatt geführt hatte.

Regionale Territorialausdehnungsbestrebungen über Jahrhunderte hinweg ließen die Straßen ebenso bedeutsam werden wie die französischen Gelüste nach mehr Land. Viele Kriege überzogen die Region, die als Großherzogtum Baden ihre Entfaltung zum "Musterländle" erlebte. Mit der Abdankung Großherzog Friedrichs am 22. November 1918 endet die lesenswerte Aufarbeitung der Bedeutung von Verkehrswegen und Verteidigungslinien, die nicht nur Heimatkundlern zu interessanten Einblicken verhelfen kann.


Das Buch wird vom
Verlag Regionalkultur vertrieben.

Rezension:
Rika Wettstein, Baden-Baden

Schicksalswege Badischer Geschichte

Schicksalswege Badischer Geschichte
Oberrheinische Straßen, regionale Verkehrswege und Verteidigungslinien in ihrer Bedeutung für die landesgeschichtliche Entwicklung
Von Amalie Heck
128 Seiten, 104 Abbildungen, fester Einband, Badenia Verlag

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