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Sie heißen Thrax und Vido,
Marko und Frida, Adalbert und Dorothea, Gotthilf
und Alisa, Magdalena und Madeleine, Karl und
Benedikt, Annemarie und Hildegard. Sie sind mit
vielen anderen Hauptfiguren in den sieben
Geschichten, die Gilles Mebes zu erzählen
weiß. Geschichten, die im dritten Jahrhundert
nach Christus ihren Anfang haben,
"Als die Römer schwach
geworden"
waren, und die bis nach dem Zweiten Weltkrieg
reichen.
Das pulsierende Leben der jeweiligen Zeit mit
Armut, bitterer Not, Krieg, Gewalt, Mord, Intrigen,
Flucht und Vertreibung, aber auch mit Güte,
Liebe, Verständnis, Vertrauen und
Verantwortung, das mit Worten eingefangen wird,
fängt den Leser nicht nur ein, sondern bietet
auch Anlass zu allerlei "Nebenbeschäftigung".
Zur Wahl stehen beispielsweise, den Stammbaum der
Familie Sintlez bis zum Vorfahren Vido aufzubauen
oder auf einer Landkarte die Vielzahl an
Schauplätzen zu markieren, wodurch die Weite
des einstigen Alamannen-Gebiets erkennbar wird.
Kaiseraugst in der Schweiz, die Insel Reichenau,
das bayerische Memmingen, die Domstadt Speyer, das
französische Elsass und
Baden-Württembergs Hauptstadt Stuttgart sind
einige Hauptstätten des Geschehens.
Sorgen muss sich niemand, dass er mangels
Geschichtskenntnissen den Vorgängen nicht
folgen könne. Der Erzähler versteht es
vorzüglich, den geschichtlichen Rahmen um die
Geschichten zu bauen. So lässt er im Jahr 842
den Gärtner der Klosterinsel Reichenau dem
Gehilfen Marko den Machtstreit der Enkel Karls des
Großen und dessen Folgen in knappen,
präzisen Worten erklären. Oder er bringt
die gesellschaftlichen Verhältnisse
während des 30jährigen Krieges
folgendermaßen auf den Punkt:
"Mädchen (…) sollen das Spinnrad drehen, die
Nadel führen und sich mit den Kindern
befassen: wie sie auf die Welt zu bringen und in
ihr zu erhalten sind. Und wie sie ihrem Ehemann
Ehre und Freude bereiten können. Allenfalls
dürfen sie auf die Privatschule eines obskuren
Lehrers, dessen Nachweis in der Hauptsache darin
besteht, daß er Lesen und Schreiben und
Rechnen kann. Darin unterscheiden sich die
Katholischen übrigens nicht von den
Reformierten."
Die beeindruckende Zeitreise durch das Gebiet der
Kelten, Germanen und Alamannen, das durch die
Römer und die späteren
Christianisierungsbestrebungen und Machtkämpfe
über Jahrhunderte nicht zur Ruhe gekommen ist,
gipfelt in der Feststellung eines
französischen Besatzungssoldaten, der zum Ende
des Zweiten Weltkriegs bemerkt: "Man ist im Krieg.
Aber nicht für immer. Wir sind zivilisierte
Menschen. Kultivierte Menschen. Die Zeiten werden
sich ändern."
"Amen" - es geschehe - erscheint am Ende der
Lektüre als abschließender Gedanke
angebracht.
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Über den Autor:
Gilles Mebes, geboren 1958 als Deutscher in
Zürich, hat nach dem Abitur in Lörrach in
Frankreich, Berlin und seiner und badischen Heimat
gelebt, wo er als Fabrik-, Bau- und Lagerarbeiter
und als Angestellter der Stadtbibliothek Freiburg
im Breisgau tätig war. Dort ist er seit 2001
Teilhaber an der TriX-games GmbH &Co KG, die
für die Produktion und den Vertrieb der von
ihm erfundenen Spiele gegründet wurde. Seit
1985 schreibt er Hörspiele,
Theaterstücke, Musicals, Reportagen,
Erzählungen und Romane, zuletzt erschien der
Kriminalroman "Nacht auf der Haid" (2002). Sein
Roman "Krieger 01" wurde 1998 mit dem Scheffelpreis
ausgezeichnet.
Das Buch ist im Hohenheim-Verlag
erschienen (www.klett-gruppe.de)
Rezension:
Rika Wettstein, Baden-Baden
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Als die Römer schwach geworden.
Geschichten von Alemannen, Schwaben und
ihren Nachfahren.
Von Gilles Mebes
Gebundene Ausgabe
448 Seiten
Hohenheim Verlag

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