|
Rastatt in alten
Ansichten
In Rastatt findet sich trotz der Zerstörungen,
die der Stadt im Zweiten Weltkrieg zugefügt
worden sind, noch eine stattliche Anzahl an
Zeugnissen, welchen die Stadt das Attribut
Barockstadt verdankt, allen voran das
prächtige, von Markgraf Ludwig Wilhelm in
Auftrag gegebene Schloss. Es dominierte nicht nur
im 18. Jahrhundert die damalige Residenzstadt des
katholischen Teils der Markgrafschaft Baden,
sondern nahm auch in der Folgezeit bis hin zur
Neuzeit eine zentrale Position ein. Deutlich wird
dies anhand der Luftaufnahmen, welche Martin Walter
und Marco Müller zu Beginn ihres
fotografischen Streifzugs durch Rastatt
präsentieren. Erläuternde
Bildunterschriften bringen auch Ortsunkundigen die
Stadt an der Murg näher.
Das Barocke an Rastatt wird in einem gesonderten
Kapitel vornehmlich anhand beeindruckender
Postkarten aus dem ausgehenden 19. Jahrhundert
belegt, bevor der Innenstadt und deren
Veränderungen im Laufe der Zeit Aufmerksamkeit
zukommt.
Interessantes ist dabei zu erfahren. Beispielsweise
fand 1925 im Rastatter Schloss eine Gewerbe- und
Industrieausstellung statt, wie zwei Bilddokumente
mit entsprechenden Erklärungen belegen.
Vorstädte und Ortsteile finden ebenso
Berücksichtigung wie eine Vielzahl an
Gasthäusern und Wirtschaften, wozu unter
anderem der „Adler" gehört, der im 20.
Jahrhundert als „Katzenbergers Adler" mit
höchster Kochkunst eine internationale
Gästeschar anzog. Die Autoren haben zudem
Bilder über das Schulleben gesammelt und
sparen auch nicht die Nazizeit aus.
Mit Bildern aus den Nachkriegsjahren endet dieser
besondere Rastatt-Rundgang, der sicherlich dazu
animieren kann, auf Spurensuche vor Ort zu
gehen.
Das Buch ist im Sutton Verlag erschienen.
Rezension:
Rika Wettstein, Baden-Baden
|
|

Rastatt in alten Ansichten
Martin Walter, Marco Müller
128 Seiten, 200 Bilder, broschiert, Sutton
Verlag

|
|