Neue Beiträge zur Pforzheimer Stadtgeschichte

Pforzheim war im Mittelalter die größte Stadt in der Markgrafschaft Baden und hatte darüber hinaus eine starke strategische und wirtschaftliche Bedeutung. Schon aus diesen Gründen erscheint es angebracht, der Stadt, die in der Neuzeit als Schmuckstadt international besten Ruf genießt, Aufmerksamkeit zu schenken. Verschiedene sachkundige Autoren gehen diesem Ansinnen nach.

Sie berichten unter anderem vom Prediger und Schriftsteller Bartholomäus Westheimer, der nach seinem Tod in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts seine beachtliche Bibliothek seiner Geburtsstadt Pforzheim vermacht hat. Damit tat er es Johannes Reuchlin gleich, der wie auch Westheimer nach seiner Jugendzeit in Pforzheim nicht mehr in seine Vaterstadt zurückkehrte.

Johannes Reuchlin, dem Philologen, Juristen und Humanisten, sind zwei Beiträge gewidmet, die sich einmal mit dem Leben des bedeutenden Gelehrten auseinandersetzen und zum anderen dessen Rolle in der Reformationsbewegung beleuchten.

Christian Groh, Herausgeber des Buches, verdeutlicht lesenswert, warum Johannes Reuchlin keine Möglichkeit hatte, in Pforzheim zu studieren, und hebt das Interesse und den Einsatz der badischen Markgrafen gegenüber ihren Städten hervor.

Wilhelm Kahlo, dem Vater
Frida Kahlos, 1878 in Pforzheim geboren und im heutigen Baden-Badener Stadtteil Lichtental aufgewachsen, gilt ein weiterer Beitrag, der Kahlos Verbindungen zur Schmuckindustrie sowie seine Gründe, nach Mexiko auszuwandern, erarbeitet.

Einer der besten Rennfahrer Deutschlands, Adolf Rosenberger, der an der Gründung von
Ferdinand Porsches Konstruktionsgesellschaft mit beteiligt gewesen ist, wird ebenso vorgestellt wie der Künstler und Pädagoge Curt Rothe, der an der Kunst- und Werkschule Pforzheim lehrte.

Die beiden Weltkriege bleiben nicht ausgespart. Das Schicksal des Pforzheimer Bijouteriefabrikantensohns Max Wittum im Ersten Weltkrieg ist zu erfahren. Während die Kriegstagebücher Heinz Postenrieders, der nach dem Zweiten Weltkrieg in Pforzheim erfolgreich als Optikermeister tätig war, die Verwerfungen jener Zeit zum Inhalt haben.

Ein ausführliches Orts- und Personenregister beschließt diesen abwechslungsreichen und interessanten Sammelband, der zur intensiven Beschäftigung mit der Pforzheimer Geschichte einlädt.

Das Buch ist im
Verlag Regionalkultur erschienen.

Rezension:
Rika Wettstein, Baden-Baden

Pforzheimer Stadtgeschichte

Neue Beiträge zur Pforzheimer Stadtgeschichte
Herausgegeben von Christian Groh
232 Seiten, 28 Schwarz-Weiß-Abbildungen, Fadenheftung, Festeinband, Verlag Regionalkultur

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