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Ein Schwarzwaldkrimi
Mord im Hirsch
Im Hirsch, einem Landhotel gehobener Klasse, das
irgendwo im Schwarzwald nicht allzu weit von
Forbach und Baden-Baden entfernt seine gastlichen Dienste
offeriert, wird ein Übernachtungsgast ermordet
aufgefunden. Georg Schradi, von einem benachbarten
Gehöft stammend, ist das Opfer. Easy, wie des
Opfers Spitzname lautet, wird es den ermittelnden
Kommissaren Paul Reiche und Martin von Barden nicht
gemacht, den Fall aufzuklären.
Recht bald finden sie zwar heraus, dass Georg
Schradi seit Jahren nicht mehr in Deutschland lebte
und wegen des Todes seiner Vaters, sowie der damit
verbundenen Erbschaft zurückgekehrt war. Da
dem Draufgänger und Frauenhelden die
hochfliegenden Pläne seines bisherigen Lebens
keineswegs easy von der Hand gegangen sind, pochte
er bei seinem Bruder und Miterben auf
Erbauszahlung, was diesem und seiner Familie die
Existenz vernichtet hätte. Ein klassisches
Mordmotiv, werden eingefleischte Krimikenner
befinden. Aber gemach, gemach, es ergibt sich eine
stattliche Anzahl an Informationen und
Denkansätzen, die in ganz andere Richtungen
weisen und bis ins Rotlichtmilieu Karlsruhes und in
eine noble Wohngegend Baden-Badens führen.
Die Überprüfung der Hoteleigentümer
und des Personals, sowie der Teilnehmer einer
großen Hochzeitsgesellschaft, die just am
Tattag im Hirsch feierte, und Georg Schradis alter
Clique erfordert viel kriminalistische Kleinarbeit,
die Stück für Stück von den beiden
Kommissaren und ihren sie unterstützenden
Kollegen vorangetrieben wird, um nach rund zwei
Wochen ein unvermutetes und darum um so
überraschenderes Ende zu finden.
Etliches aus Paul Reiches Privatleben, der in
dieser Schwarzwaldgegend groß geworden ist,
lockert die fantasievolle Geschichte um den
42jährigen Kommissar und seinen
30jährigen Partner Martin Alexander Christian
Freiherr von Barden auf.
Ein wenig "Elizabeth George verkehrt" scheint den
beiden zugeschrieben worden zu sein, denn in deren
Beststellern, die vom Londoner Ermittlerduo
Inspector Thomas Lynley, 8. Earl of Asherton, und
Sergeant Barbara Havers erzählen, ist der
Adlige der Chef und die Bürgerliche die
Assistentin, während es sich bei Reiche und
von Barden gerade umgekehrt verhält. Von
Barden, dem "niederen Landadel" entstammend, ist
Assistent Reiches. Spekuliert werden kann, dass der
Autor diese Konstellation gewählt hat, weil in
Deutschland die Adelsprivilegien seit 1918
abgeschafft sind. Ob Roland Lang den beiden
ähnlich wie seine amerikanische Kollegin ihren
Romanfiguren die Fortsetzung ihrer Zusammenarbeit
gönnt, werden Krimifreunde hingegen sicherlich
gespannt abwarten.
Das Buch ist im G. Braun Buchverlag Karlsruhe erschienen.
Rezension:
Rika Wettstein, Baden-Baden
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Mord im Hirsch
Ein Schwarzwaldkrimi
von Roland Lang
238 Seiten, Broschur, G. Braun
Buchverlag

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