Die Macht der Kinder

Der deutsche Bundeskanzler hat erkannt, dass Deutschland eine "Republik des Kindermangels" geworden sei. Anlässlich einer Familienkonferenz mit Arbeitgebern in Berlin am 13. April 2005 sah er die Erhöhung der Geburtenzahlen in Deutschland als "strategische Aufgabe ersten Ranges".

Was passte zu diesem Thema besser als Ulrich Deupmanns im Frühjahr 2005 erschienenes Buch, das sich eingehend mit der Problematik der "demografischen Zeitbombe" auseinandersetzt? So viel versprechend der Titel ist, so angriffslustig stellt die Einleitung zwei kategorische Imperative auf:

"Erstens: Wir tun alles, damit in Deutschland mehr Kinder geboren werden.

Zweitens: Wir unternehmen alles, damit jedes Kind eine optimale Ausbildung erhält."

Seufzend könnten manche Jugendlichen und ihre Eltern ergänzen:

Drittens: Wir setzen alle Kraft ein, um jedem dieser optimal ausgebildeten Kinder einen adäquaten Arbeitsplatz zu sichern.

Dass Schaffung und Aufrechterhaltung von Arbeitsplätzen auch vom gravierenden Kindermangel betroffen sind, erarbeitet der Autor in ebenso sprachlich verständlicher und gedanklich nachvollziehbarer Art wie die zentrale Bedeutung einer hinreichenden Kinderzahl für das gesamte gesellschaftliche und wirtschaftliche Gefüge. Hierbei kristallisiert er heraus, dass in keinem Bereich des Lebens in Deutschland sich der Staat derart heraushält wie aus dem der Kinder, was letztendlich Kinder zum größten Armutsrisiko in dieser Republik hat werden lassen.

Eine bestechende Bestandsaufnahme der gegenwärtigen Situation ist verknüpft mit keineswegs berauschenden Prognosen in naher Zukunft sich einstellender Konsequenzen, sollte sich in der staatlichen Wertschätzung von Kindern und Familien nicht Grundlegendes ändern.

Denkanstöße und Vorschläge, wie der "mentalen und gesellschaftlichen Rückständigkeit" im Hinblick auf eine effiziente Bevölkerungspolitik begegnet werden kann, bleibt er nicht schuldig, gipfelnd in einem 10-Punkte-Plan für eine "Kinderrepublik Deutschland".

Bei vielen engagierten Müttern und Vätern wird der streitbare Journalist mit seinen Gedanken und Forderungen "offene Türen einrennen". Ihnen sei die Lektüre dieses Buches dennoch empfohlen, da es die bereits individuell vorhandenen Argumente pro Kinder und Familie ergänzend bereichern kann.

Den Politstrategen, die sich wie der deutsche Bundeskanzler der Aufgabe zu stellen gedenken: "Wir wollen bis Ende des Jahrzehnts das familienfreundlichste Land Europas werden." sei "Die Macht der Kinder" als unabdingbare Pflichtlektüre verordnet.

Das Buch ist im
S. Fischer Verlag erschienen.

Rezension:
Rika Wettstein, Baden-Baden


Die Macht der Kinder

Die Macht der Kinder
Ulrich Deupmann
220 Seiten, gebundene Ausgabe, S. Fischer Verlag

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