|
Denkmal der Gartenkunst in
Baden-Baden
Das Jahr 2005 ist zum
Jubiläumsjahr der Lichtentaler
Allee in Baden-Baden auserkoren worden.
Gefeiert wurde das 350jährige Bestehen des
"schönsten Stück Talsohle der Welt", wie
Otto
Flake die Lichtentaler Allee zu
wertschätzen pflegte.
Das Stadtmuseum widmete ihr eine bemerkenswerte
Ausstellung unter dem Motto "Die Lichtentaler Allee
im Wandel der Zeit".
Der vieljährige Leiter des Gartenamtes
Baden-Baden realisierte zum Jahresende 2005 ein
Buch, in welchem er der Lichtentaler Allee als
Denkmal der Gartenkunst Tribut zu zollen gedachte.
So hat es den Anschein - vom Titel her.
Ungefähr das erste Viertel des Buches
beschäftigt sich schwerpunktmäßig
allerdings just mit dem Thema, das über Monate
hinweg viele Allee- und Baden-Baden-Liebhaber ins
Museum gezogen hat, nämlich mit der "Allee im
Wandel der Zeit".
Er setzt jedoch nicht im Jahr 1655 ein, als die
Baumstraße angelegt worden sein soll, sondern
beginnt bei den Kelten
und Römern, sowie den Wurzeln der badischen
Markgrafen im 12. Jahrhundert. Die Zweiteilung der
Markgrafschaft aus Religionsgründen findet
zwar keine Erwähnung, aber die Eigenschaft der
Oos als Grenzfluss zwischen Franken-
und Alemannengebiet.
Im 17. Jahrhundert spielte dies wohl kaum eine
Rolle mehr, die Zweiteilung der Markgrafschaft
hingegen schon noch, da diese erst im Jahr 1771 ein
Ende fand. Karl
Friedrich von Baden-Durlach erbte 1771 den katholischen Teil,
wozu auch Baden-Baden gehörte, und hat somit
schwerlich, wie der Autor formuliert, auf der
alemannischen Seite der Oos "1766 ein
Promenadenhaus errichten" lassen können.
Weiter >>
|
|
Indes
mag der Leser befinden: Lassen wir das und
erfreuen uns lieber an den fabelhaften
Bildern, welche die nachfolgenden Kapitel,
die unter anderem von der
charakteristischen Vegetation, den
Kleinarchitekturen, der historischen
Randbebauung und den einzelnen
Allee-Abschnitten berichten,
betrachtenswert machen. Bilder aus jeder
Jahreszeit und aus jedem Alleeabschnitt,
großformatig, teilweise doppelseitig
zum Bestaunen angeboten, reizen wahrlich
dazu, die faszinierende Atmosphäre
vor Ort selbst zu erfahren oder erneut zu
genießen.
Sie dokumentieren darüber hinaus,
dass sich die Kurstadt wirklich eines
Denkmals der Gartenkunst glücklich
schätzen kann, das im Laufe der
Jahrhunderte von hoch gestellten
Persönlichkeiten, Dichtern, Malern,
Musikern und ganz normalen Menschen
dankbar angenommen wurde.
Und dies wird versöhnlicherweise dem
Vorhaben dann doch bestens gerecht.
Das Buch ist im Aquensis
Verlag erschienen.
Rezension:
Rika Wettstein, Baden-Baden

Die Lichtentaler Allee
Denkmal der Gartenkunst
in Baden-Baden
von Bernd Weigel
160 Seiten, rund 100 zum Teil
großformatige Fotos, Festeinband in
Leinen mit Prägung, Schutzumschlag,
Aquensis Verlag

|
|