Lavendelblues

Drei Menschen in vertauschten Kulturbereichen, so scheint es: Dahlia, eine Deutsche, lebt im Elsass. Estelle, deren französische Freundin, lebt jenseits des Rheins in Baden-Baden.

Beider deutsche Freundin Bruni schwärmt mit stimmungsvoll geschriebenen Postkarten von ihrem selbst gewählten Ruhestandsdomizil im südwestfranzösischen Quercy.

Weil sie dies so eindrucksvoll tut, machen sich Dahlia und Estelle im Frühsommer auf den Weg dorthin, um "ein wenig Paradies" zu erleben. Denn beiden hat das Alltagsleben ziemlich zugesetzt.

Dahlia, jenseits der 40, die voll Hingabe aber mit nachlassendem geschäftlichem Erfolg einen Romantikladen in Colombourg betreibt, steht vor dem finanziellen Aus. Estelle, ihre um wenige Jahre jüngere Freundin, hat nicht nur Probleme, angemessene Engagements als Jazzsängerin zu bekommen, sondern fühlt sich in ihrem gegenwärtigen Verhältnis mit einem selbständigen, kreativen Koch und einfühlsamen Hobbymusiker aus dem elsässischen Ried ums freie Atmen gebracht.

Mehr als 900 km Abstand bringen die beiden zwischen ihre Welt und La Roque-Loupiac, um dort nicht mit dem erhofften und erwarteten Paradies, sondern mit rauer, Problem beladener Wirklichkeit konfrontiert zu werden. Allerdings wird in dem wie ein Vogelnest im Kalksteinfels klebenden Ort anders als erwartbar damit umgegangen, erfahren die drei Freundinnen am zweiten Abend ihres Zusammenseins im einzigen Hotel-Restaurant am Platz.

Gemeinsam wollen die Dorfbewohner den Problemen zu Leibe rücken, getreu der Vorgabe: "Zusammen, wenn wir unsere Begabungen vereinen, sind wir unausstehlich kreativ und stark!"

Alle, das Freundinnen-Trio mit inbegriffen, machen sich unverzagt und mit energischem Einsatzwillen an die Problemlösung, wodurch Sängerin, Geschäftsfrau und Pensionärin neue Energieimpulse und Denkanstöße erhalten, deren Umsetzung sie nach ihrer spontan beschlossenen Rückreise zu dritt unverzüglich angehen.

Dahlia, die Erzählerin im nicht nur Blues-angehauchten Roman, hat im Verlauf des Umsetzungsprozesses zu erkennen, dass ihre im Prolog formulierte Überlegung, lernen zu müssen, "wie man den Kometenbrocken ausweicht, die das Leben so reichlich bereithält", durch das freundschaftliche, liebevolle und lebensfrohe Einstehen füreinander an Bedeutung eingebüßt hat - weil eben, egal in welchem Kulturkreis, gilt: zusammen, wenn wir unsere Begabungen vereinenů

Petra van Cronenburg, eine hervorragende Landeskennerin und genaue Beobachterin, hat diese ebenso nachdenklich stimmende wie gespannt zu verfolgende Geschichte um Krisen und Lebenslust mit humorvollem Charme formuliert.

Wer genau wissen will, welche Erfahrungen und Eindrücke die Autorin in Baden-Baden gewonnen hat, möge sich ihren Ausführungen nicht nur zum wohl gefälligen und vergnüglichen Zeitvertreib, sondern sehr aufmerksam widmen.

Das Buch ist bei
der Verlagsgruppe Lübbe erschienen.

Rezension:
Rika Wettstein, Baden-Baden

Lavendelblues

Lavendelblues
Roman von Petra van Cronenburg
232 Seiten, broschiert, Verlagsgruppe Lübbe


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