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Der Badische Krimi,
Band 14
Kurpfälzer Intrige
Wer sich wundern mag, dass ein
Krimi mit dem Titel „Kurpfälzer Intrige“ zu
den badischen Krimis eingereiht wird, dem sei
eingangs verdeutlicht, dass die Jahrhunderte lang
von den Pfalzgrafen bei Rhein regierte Kurpfalz zu
Beginn des 19. Jahrhunderts ihre
Eigenständigkeit verlor und dass Teile dieses
Territoriums dem im Jahr 1803 zum
Kurfürstentum erhobenen Baden zugestanden
wurden, unter anderem Heidelberg, die Residenzstadt
der Kurpfalz.
Wer mitten in einer Oktoberwoche nachts in die
Waldgebiete der Neckarstadt fährt, tut dies
sicherlich nicht, um Heidelbeeren oder Pilze zu
sammeln, aber gewiss ohne zu ahnen, beim Versuch,
Sperrmüll abzuladen, im wahrsten Sinne des
Wortes über eine Leiche zu stolpern.
Dieses Mordopfer, weiblichen Geschlechts und
ausgesprochen attraktiv, beschäftigt nach
einem anonymen Hinweis-Anruf die Heidelberger
Kriminalisten, welche der umgehend gebildeten Soko
„Schneewittchen“ angehören, die von
Kriminalhauptkommissarin Maria Mooser geleitet
wird. Sie und ihr mit Maria Moosers Tochter Vera
liierter, nach wie vor mit äußerster
Skepsis bedachter Assistent Roland Alsberger setzen
mit einer beachtlichen Anzahl weiterer Kollegen
alles Erdenkliche in Bewegung, um Motiv und
Täter zu finden.
An Motiven stellen sich im Lauf der
Ermittlungsarbeit etliche ein. Eifersucht, Hass,
Berufsneid, verletzter Stolz bis hin zur Erpressung
erscheinen den Kriminalisten als Beweggründe
wahrscheinlich. Nur – die zugeordneten Personen
warten mit Alibis für die Tatzeit auf. Als
dann noch anonyme Briefe bei Maria Mooser eingehen,
ist die Verwirrung perfekt, die auch den
mitdenkenden Leser auf so manchen Holzweg
führt.
Das durch die umfangreiche Kleinarbeit
zeitmäßig ohnehin eingeschränkte
Privatleben Maria Moosers wird nicht nur durch
diese Briefe stark belastet, sondern darüber
hinaus durch Herzensnöte ihrer Tochter und
auch ihres Assistenten.
Befragt, Fakten zusammengetragen, gepuzzelt und
geschlussfolgert wird, bis zum Monatsende der
Wirrwarr aus Tatsachen und Vermutungen als
Intrigengespinst „entlarvt“ wird, und zum
wiederholten Mal klar werden lässt, dass die
idyllische Stadt mit der ältesten
Universität Deutschlands, deren
Atmosphäre bestens formuliert der Handlung
zusätzlichen Reiz verleiht, nicht gegen
Übeltaten gefeit ist.
Die spannend angelegte Geschichte, deren
Lektüre nur unwillig unterbrochen werden kann,
verlangt geradezu eine Fortsetzung, die am
Schicksal des „Familientrios“ Maria Mooser, Vera
Mooser und Roland Alsberger teilhaben
lässt.
Das Buch ist im Emons Verlag erschienen.
Rezension:
Rika Wettstein, Baden-Baden
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