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Das Kunstbuch zum Kunstmuseum
Stuttgart
Kunstmuseum Stuttgart
Hoppla - mag so mancher denken –
ein Kunstbuch, dessen Schutzumschlag Werbung
für schwäbischen Gerstensaft macht?!
Mitnichten. Das gekonnt gestaltete Werk macht
Werbung für das am 4. März 2005
eröffnete Kunstmuseum in der
Baden-württembergischen Landeshauptstadt. Wem
dies durch die Bierdeckelanordnung
„schwabenbräu" nicht deutlich genug werden
sollte, der kann den Schutzumschlag einfach
umdrehen und den Bilder- und Wörterschatz zum
neuen Haus der städtischen Sammlung der
Schwabenmetropole mit „seriösem"
Schwarz-Weiß-Glanzdruck „Kunstmuseum
Stuttgart" ummanteln.
Den Umschlag ganz wegzulassen, empfiehlt sich nicht
unbedingt, denn dann kommt der „Rohbau" aus drei
Millimeter starker Pappe mir rotem
Leinenrücken zum Vorschein. Indes - der eine
oder andere mag derlei zum Anlass nehmen, selbst
„dekorativ" tätig zu werden.
Regt das Äußere des Kunstbandes schon zu
ungewöhnlicher geistiger Beschäftigung
an, so folgt im Inneren die Auseinandersetzung mit
der Frage: Sind die 16 Doppelseiten mit je 12
Zeichnungen absichtlich nicht geschnitten worden?
Auch hier ist längeres geistiges und
entdeckerisches Verweilen angesagt. Mit dem
Passieren der letzten Doppelseite, die
aufklärt, dass „Einzug Kunstmuseum 2004 –
2005" wiedergegeben ist, wird das Reich der
Schöpfungen von Malern und Bildhauern
geöffnet.
Ein Exkurs in die Sammlungsgeschichte offenbart
Erstaunliches, wie die Beziehung des italienischen
Marchese Silvio della Valle di Casanova zu
Stuttgart, und endet in der für neugierige
Kunstliebhaber erfreulichen Feststellung, dass
neben den konzeptionellen Vorgaben im Kunstmuseum
Stuttgart auch Spiel- und Freiräume bewahrt
bleiben sollen, denn: „Setzt man sich den
gegenwärtigen künstlerischen Prozessen
nicht mehr aus - und nimmt das Risiko des
Scheiterns auf sich – erstickt die Kunst in der
musealen Umklammerung."
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Und dann
werden sie vorgestellt, diejenigen, die in
ihrer Zeit Spiel- und Freiräume in
Anspruch nahmen und Neues erarbeiteten.
Nach den Geburtsjahrgängen der
Künstler chronologisch geordnet, wird
nicht nur eine beeindruckende Auswahl
exzellent abgelichteter Arbeiten im
Einseiten- oder Klappseitenformat
präsentiert. Jedem der knapp 100
vorgestellten Künstler werden auch
erklärende Worte zugeordnet,
Adolf
Hölzel beispielsweise ebenso wie
Otto Dix, Paul
Klee, Wilhelm
Lehmbruck oder Oskar
Schlemmer.
Die Bierdeckel mit dem Aufdruck
„schwabenbräu" finden sich auch in
dieser bibliophilen Gala
schöpferischen Wirkens. Wer mehr dazu
erfahren will, der sei auf Seite 230
dieses wirklich Freude erregenden
„Kunst-Kunstbandes" verwiesen.
Das Buch ist im Hatje Cantz
Verlag erschienen.
Rezension:
Rika Wettstein, Baden-Baden

Kunstmuseum Stuttgart
Hrsg. Marion Ackermann, Text von Marion
Ackermann, Sabine Gruber, Katharina
Henkel, Karsten Müller, Gerda Ridler,
Karin Schick, Simone Schimpf. 294 Seiten,
420 Abb., davon 212 farbig, Hatje Cantz
Verlag

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