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Kriminalität in Baden im 19.
Jahrhundert
Das Großherzogtum Baden hat
als erstes deutsches Land eine umfassende
Kriminalstatistik anfertigen lassen, die als
"Übersicht der Strafrechtspflege" ab 1830
veröffentlicht wurde. 1879 ging die badische
Statistik in die Veröffentlichungen des
Statistischen Reichsamtes ein.
Diese Kenntnis vermittelt Annett Moses in ihren
einleitenden Ausführungen zum
Untersuchungsgegenstand ihrer Arbeit, die an der
Universität Heidelberg als Dissertation
vorgelegt wurde, ebenso wie Grundlegendes zu
Fragestellung und Aufbau ihrer Untersuchung, bevor
sie auf die politischen, administrativen,
wirtschaftlichen, gesellschaftlichen
Verhältnisse und die Strafrechtspflege an
sich, sowie die Entstehungsgeschichte der
Kriminalität im Großherzogtum Baden
eingeht.
Die Darstellung entbehrt nicht einer gewissen
Spannung, denn sie dokumentiert nicht nur regional
unterschiedliche Vorgehensweise in der Verfolgung
und Ahndung von Vergehen und Verbrechen, sondern
auch das beharrliche Streben nach einem
einheitlichen Strafrecht.
Der Untersuchungszeitraum, der von 1829 bis zur
badischen
Revolution und von 1851 bis 1878 reicht, ist
geprägt von politischem, sozialen und
wirtschaftlichem Wandel, dem in den
ausführlichen Folgekapiteln im Hinblick auf
die Verlaufsformen und Entwicklungstrends der
Kriminalität vorherrschende Aufmerksamkeit
zukommt.
Tabellen und Grafiken ergänzen die
Ausarbeitung und verdeutlichen den Einfluss
verschiedener Bestimmungsfaktoren wie
beispielsweise Alter, Geschlecht, soziale Merkmale
oder wirtschaftliche Gegebenheiten auf das
Straffälligwerden der Menschen jener Zeit.
Höchst anschaulich sind Karten des
Großherzogtums Baden mit seinen 82
Amtsgerichtsbezirken, die je nach
Kriminalitätsrate hinsichtlich bestimmter
Delikte unterschiedlich eingefärbt sind. Aus
diesen wird unter anderem ersichtlich, dass
beispielsweise für den Amtsgerichtsbezirk
Baden über den gesamten Beobachtungszeitraum
Diebstähle hohen Ausmaßes zu verzeichnen
waren, während die Körperverletzungen mit
Ausnahme des Zeitraums von 1865 bis 1871 in der
untersten der vier definierten Kategorien
angesiedelt waren.
Die Erarbeitung der jährlichen "Übersicht
der Strafrechtspflege" gereichte deshalb nicht nur
dem Großherzogtum Baden "zur höchsten
Ehre und Zierde", sondern ist durch Annett Moses'
Auswertung eine wertvolle Informationsquelle
für alle an der Entwicklungsgeschichte des
Landes Baden Interessierte geworden.
Das Buch ist im Verlag W.
Kohlhammer erschienen.
Rezension:
Rika Wettstein, Baden-Baden
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Kriminalität in Baden im 19.
Jahrhundert
Von Annett Moses
Veröffentlichungen der Kommission
für geschichtliche Landeskunde in
Baden-Württemberg, Reihe B, Band 163,
XXXVI und 416 Seiten, 74 Tabellen s/w, 26
Diagramme. s/w, 27 Karten. s/w,
Festeinband, W. Kohlhammer Verlag
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