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Kleine Geschichte der Stadt
Baden-Baden
Rund 2000 Jahre Baden-Badener Stadtgeschichte auf
weniger als 200 Seiten unterbringen zu wollen, ist
ein bemerkenswertes Unterfangen. Grob gerechnet
heißt dies, dass durchschnittlich für
zehn Jahre Geschichte eine Druckseite zur
Verfügung steht. Neugier macht sich breit, wie
diese anspruchsvolle Aufgabe, Wesentliches derart
komprimiert wiederzugeben, gemeistert wurde.
Wesentlich für die Stadtgeschichte ist allemal
die Bedeutung als Badeort zu Römerzeiten,
womit das Auf und Ab im Stadtgeschehen seinen
Anfang nahm. Die Herausarbeitung dieses Auf und Ab
im Mittelalter bis hin zur etablierten
Residenzstadt der badischen Markgrafen ist ebenso
gelungen wie die Beschäftigung mit den
politischen, sozialen und wirtschaftlichen
Verhältnissen bis hin zur Stadtordnung, die
Markgraf Christoph im Jahr 1507 erließ.
Religionsauseinandersetzungen, Teilung der
Markgrafschaft, Dreißigjähriger Krieg
und Zerstörung der Stadt im Jahr 1689 werden
knapp und spannend geschildert, mit eingeschlossen
deren Auswirkungen auf die weitere
Stadtentwicklung, die erst wieder zu Beginn des 19.
Jahrhunderts an Auftrieb gewann. Dieser Auftrieb,
unter anderem durch Glücksspielkonzession und
Aufblühen eines vielfältigen kulturellen
Lebens begünstigt, konnte trotz der Widernisse
des Deutsch-Französischen Kriegs, sowie des
Ersten und des Zweiten Weltkriegs aufrecht erhalten
werden, ist zu erfahren, wobei die gravierenden
politischen Umbrüche, über die
Abschaffung der Monarchie und die Nazizeit bis hin
zur Etablierung demokratischer Verhältnisse,
die zu bewältigen waren, nicht
unberücksichtigt bleiben.
Angelangt im Jetzt mit seinen Weichenstellungen
für die Zukunft endet die Autorin die kleine
Geschichte mit den Worten, es sei Baden-Baden
erlaubt, "mit Zuversicht dem dritten Jahrtausend
seines Bestehens entgegenzublicken."
Kleine Geschichten verlangen ein umfangreiches
Wissen, um Wichtiges hervorzuheben und dennoch ein
"rundes Bild" zu vermitteln. Ein umfangreiches
Wissen kann Dagmar Kicherer gleichermaßen
vorbehaltlos attestiert werden, wie es ihr gelungen
ist, das "runde Bild" zu schaffen, das letztendlich
beim Betrachter, respektive Leser dazu führt,
ihren abschließenden Worten nur beipflichten
zu können, womit sie allen an der Geschichte
Baden-Badens Interessierten nicht nur Vergangenes
vermittelt, sondern auch Zukunftsperspektiven
eröffnet.
Das Buch ist im G. Braun Buchverlag Karlsruhe erschienen.
Rezension:
Rika Wettstein, Baden-Baden
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