|
"Der Badische Krimi"
Band 3
Kirschtote
Das Tortenstück auf dem
Buchumschlag des dritten badischen Krimis hat mit
der Kirschtorte aus dunklem Biskuit mit viel Sahne,
die landläufig als Schwarzwälder
Kirschtorte bekannt ist, lediglich die Kirschen und
einen Klecks Sahne gemein. Der Inhalt des Buches
ist jedoch ganz badisch mit allem, was dazu
gehört: dem Schwarzwald, der fruchtbaren
Vorgebirgslandschaft, den lieblichen
Flusstälern, den Menschen mit ihren
urwüchsigen Eigenheiten. Eine wahre Idylle,
könnte man meinen, "menschelte" es nicht
stark, vornehmlich ins Negative, weswegen sich die
Geschichte um die Spitzenköchin Katharina
Schweizer herum alsbald zum Krimi entwickelt.
Einige Hauptrollen sind besetzt von regionalen
Würdenträgern und Unternehmern, die dem
Zeitgeist und der Vorstellung, die Anziehungskraft
des Gebietes erhöhen zu müssen, Folge
leisten und eine riesige Allwetterskihalle mitten
im Schwarzwald verwirklichen wollen, wodurch
Umweltschützer auf den Plan gerufen sind,
deren Anführer ermordet und ausgerechnet von
der Kochkünstlerin in einem Steinbruch
gefunden wird.
"Du hast einen verdammt guten Riecher." wird ihr
von ihrem Schulfreund, dem Journalisten Fritz Karl
Feger - der Einfachheit halber FK genannt -
bestätigt, als sie sich unverdrossen neben dem
Kochen am Herd der elterlichen Gaststätte in
Fautenbach der Frage widmet: Wer hat Konrad Hills
ermordet?, die verschiedensten Theorien aufstellt
und die unterschiedlichsten Spuren verfolgt.
Unterstützung erhält sie von ihrer
Freundin, der wie sie aus Köln angereisten
Hebamme Adela Mohnlein, die sich alsbald mit dem
aus dem Schwäbischen ins Badische versetzten,
ermittelnden Kommissar Kuno Eberle "positiv
menschelnd" zusammentut.
Katharina Schweizer hält mit ihren
Überlegungen hinsichtlich des Mordes und
seiner möglichen Hintergründe ebenso
wenig hinter dem Berg wie mit Rezepten für
leckere badische Gerichte, die sie ihrem Helfer in
der Küche und damit auch dem Leser
erklärt. Saure Nierle, Schäufele,
Chaudeau und vieles mehr steigern die Leselust. Zur
"Verdauung" werden die köstlichen
Obstbrände angeboten, die von den Kleinbauern
in der Ortenau seit Jahrhunderten in
aufwändiger Manier erzeugt werden, allen voran
das unübertroffene Kirschwasser. Etliche
Esslöffel davon gehören in jede
Schwarzwälder Kirschtorte, erfährt man am
Ende des Buches. Sechs verschiedene Rezepte
für Gerichte mit Kirschwasser laden zum
Zubereiten und Genießen ein.
Die Frage, was das Kirschwasser mit dem
Kriminalfall zu tun hat, mögen neugierig
Gewordene durch die Lektüre dieses
Feinschmecker-Krimis klären.
Das Buch ist im Emons Verlag erschienen.
Rezension:
Rika Wettstein, Baden-Baden
|
|