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Der Keltenkreis
Heidelberg um Pfingsten herum wird im zweiten Jahr
nach der Berufung Dr. Ralf Seltmanns zum
Polizeidirektor von drei Morden, die innerhalb
weniger Tage verübt werden, aus seiner
romantischen Beschaulichkeit gerissen.
Verdächtigt wird ein wirrer Mensch, der
über viele Jahre in der Öffentlichkeit
Untergangsparolen gepredigt hat und alles sich in
Plasma lösen sieht. Dieser im Volksmund
Plasmamann Genannte ist zur Tatzeit des ersten
Mordes vagen Zeugenaussagen zufolge am Tatort
gesehen worden.
Zu diesem Zeitpunkt befindet sich der Erste
Hauptkommissar Johannes Theuer mit seiner
langjährigen Freundin, mit der er eine lose
Beziehung unterhält, im Urlaub in der
Normandie, was ihm nicht sonderlich gut bekommt,
weswegen er verfrüht die Heimreise
antritt.
Die Staatsanwältin Bahar Yildirim, welche
Pflegemutter die Nachbarstochter Babett
Schönthaler, die seit geraumer Zeit bei ihr
wohnt, werden will, muss sich gegen einen neuen
Kollegen behaupten, dem der Erste Oberstaatsanwalt
Profilierungschancen einräumen möchte. Zu
allem Überfluss muss sie der Pädagogin
des Jugendamts einen Lebenspartner nennen. Es
fällt ihr niemand anderer als eben Johannes
Theurer ein.
Dies ist die Ausgangslage eines mit Irrungen,
Wirrungen, abartigen Seelenzuständen,
Unsicherheiten, Betrug, Enttäuschungen,
Abhängigkeiten und etlichem mehr durchsetzten
Geschehens, das den Leser von ungläubigem
Kopfschütteln bis zu spontanen
Schmunzelattacken gereichen kann.
Theuers "Jungs", Thomas Haffner, Simon Leidig und
Werner Stern, sind auch wieder mit von der Partie
und offenbar voll Freude, dass sich ihr
Vorgesetzter zwei Tage nach dem ersten Mord, obwohl
eigentlich noch im Urlaub, wieder im
Polizeipräsidium einfindet, was beispielsweise
derart zum Ausdruck kommt: " ‚Chef!' Haffner
lächelte weich. Mehr war nicht zu sagen.
Männer genießen Vollzähligkeit
andächtig stumm." Einige Tage später,
einer der drei Mordfälle ist bereits von ihnen
gelöst, ist nicht nur ihr Team-Dasein
gefährdet, weil der Polizeidirektor seine
Organisations-Kreation der Teamstruktur auf
Anregung des Innenministers wieder
rückgängig zu machen gedenkt. Theurer,
Leidig, beide krank geschrieben, und Haffner, mit
einem Ermittlungsverfahren bedacht, sind offiziell
auch die Ermittlungsarbeit los.
Aber, wie könnte es anders sein, lassen sie
weder das Ermitteln, noch das Denken und
nähern sich damit allmählich der mehr als
nur verblüffenden Lösung. Auch
Staatsanwältin Yildirim, die in Sachen Babett
Schönthaler mit Theurer mittlerweile sogar vom
Familiengericht geladen worden ist, ist mit
gemischten Gefühlen wieder mit von der
Partie.
Am Ende der zuweilen doch recht turbulenten
Geschichte stellt sich die Frage, ob das
Individualisten-Quintett auf seine unkonventionelle
Art weiter für abwechslungsreiche und
vergnügliche Spannung sorgen darf.
Das Buch ist im Rowohlt Verlag erschienen.
Rezension:
Rika Wettstein, Baden-Baden
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Der Keltenkreis
Von Carlo Schäfer
320 Seiten, rororo-Taschenbuch, Rowohlt Verlag

Weitere Krimis von Carlo Schäfer:
Im
falschen Licht
Das
Opferlamm
Silberrücken
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