Warum Jungen nicht mehr lesen und wie wir das ändern können

"Erst kommt die Lust, dann die Bildung." formuliert Katrin Müller-Walde im ersten Kapitel des ersten Teils "Warum Jungen nicht mehr lesen…" ihrer Auseinandersetzung mit der Frage nach den Ursachen des schwindenden Leselustpotenzials, vor allem bei heranwachsenden Jungen.

Engagiert, sachlich, in erfrischend kurzweiligem Stil erarbeitet die Journalistin, die sich zwei Jahre intensiv mit diesem Phänomen beschäftigt hat, in sechs weiteren Kapiteln auf der Basis von Fachliteratur und Studienauswertungen die Gründe. Sie zeigt den 200jährigen "aufklärenden" Kampf gegen die Leselust ebenso auf wie die Erkenntnis: "Solange sich Lehrer und Eltern gegenseitig ‚Unfähigkeit' attestieren, werden Jungen nicht lesekompetenter."

Die verschiedenen Gehirnformen und -funktionen von Mädchen und Jungen finden in der Analyse ebenso Berücksichtigung wie die Feststellung: "Jungen fördern, Mädchen sind schon stark genug." Allerdings mit dem Ziel, die Mädchen nicht in die zweite Reihe zurückzudrängen, "sondern sie nicht allein davonlaufen zu lassen."

Wie dies vonstatten gehen kann, ist Gegenstand des zweiten Teils "… und wie wir das ändern können", der allerhand Nachdenkenswertes und Nützliches für Eltern und Pädagogen anbietet. Ein Rat an die Pädagogen, denen der nachhaltige Eindruck von Ratlosigkeit in Sachen schwindender Leselust bescheinigt wird, lautet, sicher zu stellen, dass genügend Bücher in der Schulbibliothek vorhanden sind, die Jungen wirklich lesen wollen.

Wie der heimische und schulische Bücherschrank bestückt werden könnten, ist im dritten Teil zu erfahren. Dort sind 50 Buchempfehlungen, eingeteilt in verschiedene Altersgruppen, zu finden, ausgewählt aus dem Resultat einer Fragebogenaktion von Oktober 2003 bis Mai 2004. Alle Vorschläge sind mit kurzen Begleittexten neben den üblichen Angaben zu Titel, Autor, Verlag usw. versehen, sowie einer Wertung, die von "Spannung" bis "Leselevel" reicht.

Abgerundet werden die Ausführungen mit zehn goldenen Regeln, die es einzuhalten gilt, wenn ein Junge wieder liest. Damit dies eintritt und so bleibt, sollten sich lernwillige Eltern, Pädagogen und auch Buchhändler die Gedanken Katrin Müller-Waldes mittels Lesen, Verinnerlichen und Umsetzen zu Eigen machen.

Das Buch ist im
Campus Verlag erschienen.

Rezension:
Rika Wettstein, Baden-Baden


Warum Jungen nicht lesen

Warum Jungen nicht mehr lesen und wie wir das ändern können
von Katrin Müller-Walde
239 Seiten, gebundene Ausgabe, Campus Verlag

Gleich bestellen

Zurück zur Übersicht

News | Facts | Inhalt | Geschichte | Stadtplan | Sehenswert | Kunst + Kultur | Theater | Festspielhaus | Casino
Events | Thermen | Sport | Hotels | Restaurants | Cafés + Bars | Shopping | Stadtteile | Umgebung | Elsass
Auskunft + Ämter | Bücher-Shop | Awards | Links | Kontakt | Impressum | Datenschutz