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Jetzt kocht Karlsruhe
Und zwar ausgesprochen abwechslungsreich,
lässt bereits das Inhaltsverzeichnis erkennen,
das mit einem amuse geule à la Colani, des
in Karlsruhe sesshaft gewordenen Designers, beginnt
und mit einem thailändischen Wok mit
Gemüse und Putenfleisch des Kabarettisten
Martin Wacker endet.
Abwechslungsreich und individuell geht es das ganze
Buch über zu. Ariane Lindemann und Tim Koch
haben Persönlichkeiten, die mehr oder weniger
über die Grenzen Karlsruhes hinaus bekannt
sind, beim Speisenzubereiten beobachtet und nicht
nur deren Lieblingsgerichte nebst
Zubereitungsanleitung, sondern allerlei
Ergänzendes zu deren Person oder Wissenswertes
zu Zutaten oder rund ums Kochen erfahren. Sven
Leupold hat sie mit der Kamera begleitet und viele
der Kochkünstlerinnen und Künstler bei
der Ausübung ihrer kreativen Tätigkeit
abgelichtet.
Selbst wer nicht kochen kann oder will, konnte
dennoch über Zutaten und Zubereitung seiner
Leibspeise berichten, inklusive Beilagen- und
Getränkeempfehlung, die
selbstverständlich auch die schnippelnden und
rührenden Akteure, ob es sich dabei um den
Karlsruher Oberbürgermeister Heinz Fenrich,
die Ausnahmeboxerin Regina Halmich oder den
Fernsehmoderator Markus Brock handelt, gegeben
haben.
Die hier nicht Aufgeführten mögen
Nachsicht walten lassen. Denn alle 50 vorgestellten
Damen und Herren zu nennen, ließe die
Buchvorstellung etwas kopf-, bzw. namenslastig
werden. Sie sind, nachdem sie im Inhaltsverzeichnis
unter den jeweiligen Gerichten genannt sind, am
Buchende alphabetisch gelistet zu finden. Dort sind
auch die Gerichte von A bis Z sortiert ein weiteres
Mal im Angebot und laden zum erneuten Blättern
und Schmökern ein, falls entfallen sein
sollte, wer beispielsweise ein Faible für
Milchreis hat. Dieses Verzeichnis bestätigt
auch auf einen Blick, dass wirklich jede
Geschmacksrichtung, ob mild, scharf, sauer,
süß, deftig oder exotisch, zur
genussvollen Sättigung beitragen kann.
Für Werner
Puschner, waschechter Karlsruher und
mehrfacher Mundartpreisträger, bedeutet satt
sein einen deprimierenden Zustand, weil man das
Essen hinter sich habe, lässt er in
urwüchsigem Karlsruher Dialekt wissen. Zum
Glück sei dies jedoch kein lang anhaltender
Zustand, da das nächste Essen ja bevorstehe.
Sein "Menüle" für laue Sommerabende
erklärt er dann in Schriftdeutsch -
viergängig, weil Essen Spaß macht und
Kochen auch.
Spaß dürften nicht nur neugierige
Karlsruher an dieser gelungenen Wiedergabe von
Koch-, Essens- und Lebensfreude haben. Auch jene,
die Bücher, welche mehr als die Qualität
eines ansprechend gestalteten Kochbuchs aufweisen,
schätzen, werden ihr Vergnügen daran
haben.
Das Buch ist im Info-Verlag erschienen.
Rezension:
Rika Wettstein, Baden-Baden
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Jetzt kocht Karlsruhe
Lieblingsrezepte
Ariane Lindemann und Tim Koch
92 Seiten, mehr 200 Farbfotos,
Festeinband, Info Verlag

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