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Im Sommer der Mörder
Im Jahrhundertsommer 2003 brennt am
Ortsrand von Kirchzarten ein alter Holzschuppen ab.
Die örtliche freiwillige Feuerwehr hat wenig
auszurichten und muss dennoch einen der ihren als
Opfer beklagen, als der Brandplatz förmlich in
die Luft fliegt. Unter dem Schuppen hatte sich ein
illegales Waffen- und Sprengstoffdepot befunden.
Die Kriminalisten der Freiburger Polizeidirektion
beginnen mit ihren Ermittlungen.
So weit können sich "Uneingeweihte" noch
zurechtfinden. Anschließend wird es für
diejenigen, welche die Hauptpersonen Louise
Bonì, ihren direkten Vorgesetzten Rolf
Bermann und weitere Kollegen noch nicht kennen,
zwar nicht schwer, der Ermittlungsarbeit zu folgen,
aber es gelingt wohl kaum, die zahlreichen
Rückgriffe auf Vergangenes zu verstehen.
Insofern empfiehlt sich, sich mit den Geschehnissen
des vorangegangenen
Winters vertraut zu machen, um sich nicht
irritiert fragen zu müssen, wer Anatol, der
Roshi, die "Bleistiftfrau" und viele andere
seien.
Louise Bonì ist nach ihrem mehrmonatigen
Krankenstand wieder in den Arbeitsalltag
zurückgekehrt und bringt sich, obwohl sie
vorläufig nur "assistieren" soll, mit all
ihrer physischen und geistigen Kraft ein. Dass
Letztere zuweilen weit über die der Kollegen
hinausreicht, wird bei den Klärungsversuchen
des immer komplexer werdenden Falles deutlich.
Anfangs gehen diese aufgrund von Hinweisen
"höherer Stellen" davon aus, das Depot mit
Waffen, die vornehmlich aus dem ehemaligen
Jugoslawien stammen, sei von Neonazis angelegt
worden. Louise Bonìs Hartnäckigkeit
fördert indes bald zutage, dass diese
Ermittlungsrichtung die falsche sein muss. Die
eingesetzte Sonderkommission findet Verbindungen zu
einem kroatischen Waffenhändlerring aus dem
Jahre 1992 und kommt allmählich auf die Spur
umstürzlerischer muslimischer Pakistanis, die
von Deutschland aus unterstützt werden. Damit
sind neben dem Landeskriminalamt Staatsschutz und
Bundeskriminalamt mit von der Partie, was die
Kompetenzzuordnung nicht gerade vereinfacht. Als
ein Geheimermittler des Bundesnachrichtendienstes
mit Sonderforderungen auf den Plan tritt,
läuft die Aktion aus dem Ruder und führt
neben dem toten Feuerwehrmann und dem bereits am
Tag nach dem Brand ermordeten Schuppenbesitzer zu
weiteren Todesopfern.
Die Wiedergabe dieses Geschehens ist mit
Wissenswertem zu weltweiten ethnischen und
religiösen Konflikten, sowie zu
internationalen Rüstungsgeschäften ebenso
ummantelt wie mit einer gehörigen Portion
Lokalkolorit versehen. Darüber hinaus wird
Louise Bonìs Prozess der psychischen
Genesung besondere Aufmerksamkeit gewidmet.
Gespannt kann deshalb abgewartet werden, wie sich
das weitere Arbeits- und Privatleben der
schwierigen, aufbrausenden, intelligenten, sehr
anstrengenden Kollegin, wie sie in ihrer
Polizei-Personalakte charakterisiert wird, weiter
gestalten wird.
Das Buch ist im Scherz Verlag erschienen.
Rezension:
Rika Wettstein, Baden-Baden
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Im Sommer der Mörder
Oliver Bottini
464 Seiten, Festeinband mit
Schutzumschlag, Scherz Verlag

Weiterer Krimi von Oliver Bottini:
Mord
im Zeichen des Zen
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