Die Holzbarone
Chronik einer Industriellenfamilie

Wer für Familiensagas schwärmt, kann sich seit September 2005 an einem weiteren opulenten Werk erfreuen, das in rund 80 Jahre deutsche, europäische und gar Weltgeschichte mitnimmt und dabei hauptsächlich die Geschichte einer Gernsbacher Unternehmerfamilie erzählt.

Wer Interesse am Murgtal, seiner wirtschaftlichen Entwicklung und den Impulsen, die von dort nach Deutschland und ins Ausland gingen, hat, findet sich bestens bedient durch die kenntnisreichen Schilderungen unternehmerischen Einfallsreichtums, dessen finanzieller und Vorort-Umsetzung, sowie der vielfachen Verflechtungen, vornehmlich in der Holzbearbeitungs- und Verarbeitungsbranche.

Wer nicht nur Kenner der Region sondern auch Anhänger von Denksportaufgaben ist, dem bieten "die Holzbarone" über Hunderte von Seiten hinweg die Möglichkeit, mit detektivischem Gespür den wirklichen Personen hinter den durch veränderte Namen verbrämten Protagonisten auf die Spur zu kommen.

Erkennbar wird bald, dass der Autor jener Archibald Paul Weiler ist, der als einziger männlicher Nachkomme der männlichen Nachkommen des aus altehrwürdigen Gernsbacher Flößerfamilien stammenden Paares Johanna und Archibald Otto für die Führung der Firma Weiler & Busch vorgesehen wurde.

Unter welchen Umständen es dazu kommt, ist in drei Hauptteilen zu erfahren.

Der erste Teil beschäftigt sich unter dem Leitwort "Johanna" intensiv mit der "Patriarchin" der Familie, die zu deutschen Kaisers und badischen Großherzogs Zeiten den potenziellen Haupterben des florierenden Weilerschen Unternehmens heiratet, dem nach dem Tod seines Vaters dann doch nur ein Bruchteil des erwarteten Erbes zufällt, was den jungen Eheleuten einen großen Einsatz abverlangt, um gesellschaftlich und vor allem wirtschaftlich weiter Geltung zu haben.

Der Zusammenbruch der Familienfirma infolge des Ersten Weltkriegs, der Weltwirtschaftskrise und Spekulationsgeschäften des zweitgeborenen Sohnes des Paares leitet über zum zweiten Teil "Leberecht", der dem drittgeborenen Sohn und dessen Familie, in welche im Jahr 1925 Archibald Paul hineingeboren wird, Hauptaugenmerk zollt. Zudem ist das Geschick der zur Aktiengesellschaft umgewandelten Familienfirma während der Nazi-Diktatur und des Zweiten Weltkriegs auf 470 Seiten aufgearbeitet.

"Archibald" beschließt die Trilogie und verdeutlicht, womit der junge Betriebswirt im ehemals großväterlichen Betrieb konfrontiert ist. Schon sein Vater Leberecht hatte 1952 resümiert:

"Überall tauchten Probleme auf, bei einigen war er sich darüber klar, dass er sie selbst geschaffen hatte. Die riesige Familie, die vielen Neffen und Nichten und angeheirateten Schwiegersöhne, wollten alle Geld haben, sie wollten jetzt nach den Jahren der Entbehrung das Leben genießen. Viele waren nicht richtig ausgebildet und hatten keinen vernünftigen Beruf, einige waren eingebildet und dünkten sich mehr als die anderen."

Letztendlich zerfällt das einst europaweit einflussreiche und bekannte Familienunternehmen und setzt Archibald und seine weit verzweigte Familie der Notwendigkeit aus, sich einer neuen Lebensgestaltung zu stellen.

Dem Autor ist dies wohl erfolgreich gelungen und hat ihn in die bemerkenswerte Lage versetzt, zur Vollendung seines 80. Lebensjahrs im eigenen Verlag aufschlussreiche Erinnerungen an bewegte Zeiten zu publizieren.

Das Buch ist im
Casimir Katz Verlag erschienen.

Rezension:
Rika Wettstein, Baden-Baden


Die Holzbarone

Die Holzbarone
Casimir Katz
1160 Seiten, gebundene Ausgabe
Casimir Katz Verlag

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