Heidelberger Wut

Hurra, mögen manche Krimifans denken, wenn sie die erste Seite des Buches gelesen haben. Das fängt ja gut an, nämlich mit dem Ende, was die Hoffnung keimen lassen kann, möglichst schnell und einfach der Lösung des Krimirätsels nahe zu kommen. Burger-Begeisterte könnten ihnen diese Hoffnung locker rauben, und zwar mit dem Argument, Burger wäre nicht Burger, würde er die Leser nicht anspruchsvoll in die Denk- und Recherchearbeit der Ermittler einbinden. Womit sie ausgesprochen richtig liegen.

Der Heidelberger Kriminalrat Alexander Gerlach, den, am offenen Fenster die Bewegungen eines vor ihm knienden Scharfschützen verfolgend, eine unbändige Wut überkommt, hat im Vorfeld dieser Extremsituation mit seiner Ermittlertruppe einen hohen geistigen und körperlichen Einsatz zu leisten gehabt. Gerlach selbst erzählt in der gewohnt gefälligen Ich-Version von den Ereignissen der vergangenen drei Wochen, in welchen zwei Ermittlungsfälle im Vordergrund standen. Einmal ein einige Wochen zurückliegender Bankraub und zum zweiten der ungeklärte brutale Überfall auf eine knapp Sechzehnjährige, der vor zehn Jahren stattfand und der im Zuge einer Durchforstungsaktion nicht geklärter Straftaten zunehmend an Beachtung gewinnt.

Der Aufklärung des Banküberfalls kommen Gerlach und seine engsten Mitarbeiter Klara Vangelis und Sven Balke allmählich näher. Indes erweist sich die Indizienlage im ersten und dessen nachfolgendem Aufklärungsansatz trotz akribischer Kleinarbeit aller Beteiligter als Trugschluss. Während der Fall der fast zu Tode gekommenen Schülerin immer verwirrender wird.

Das hochspannende Verstrickungs- und Irreführungsgebilde lässt für Privates kaum noch Platz. Dennoch gibt es hierzu etliche "verbale Leckerbissen" zu genießen, die zuweilen herzhaftes Lachen provozieren.

Selbst wenn es nichts zu Lachen gibt, beeindruckt die exzellente Sprachfertigkeit, wodurch Personen und Situationen regelrecht körperlich erlebbar werden, bis hin zu eben dieser Wut, die Alexander Gerlach in einem fremden Wohnzimmer einen Scharfschützen beobachtend überkommt.

Dieser ohne fantastische Übertreibungen auskommende, fabelhaft durchdachte und abgestimmte Kriminalroman wird mit ziemlicher Sicherheit ein Ergebnis zeitigen: Krimifans werden zu Burger-Begeisterten, und dies zu Recht.

Das Buch ist im
Piper Verlag erschienen.

Rezension:
Rika Wettstein, Baden-Baden



Heidelberger Wut
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