Friedrich Ebert

In Berlin, Heidelberg und anderen deutschen Städten gibt es Ebertstraßen oder Ebertplätze, auch in Baden-Baden. Großzügig gestaltet und lichtüberflutet kann der Baden-Badener Ebertplatz als Westportal der Baden-Badener Innenstadt bezeichnet werden.

Anreiz genug, sich mit dem Sozialdemokraten Friedrich Ebert zu beschäftigen, nach welchem eine Stadt einen repräsentativen Platz benannt hat, die von jeher konservativ-christlich dominiert war und ist.

Erleichtert wird dieses Unterfangen durch ein 128 Seiten umfassendes Taschenbuch, verfasst vom ausgewiesenen Ebert-Kenner Walter Mühlhausen, eingeschlossen eine detaillierte Zeittafel und ein Quellen-, bzw. Literaturverzeichnis.

Selbst an Geschichte nicht sonderlich Interessierte wird der Prolog dieses Buches neugierig machen müssen, der just den 9. November 1918 zum Inhalt hat, als
Prinz Max von Baden die Abdankung Kaiser Wilhelms II. verkündet hatte und das von ihm bis dahin bekleidete Amt des Reichskanzlers an Friedrich Ebert, einen der Führer der deutschen Arbeiterbewegung, übergab, der damit als "Konkursverwalter des Kaiserreiches" eine schwer lösbare Aufgabe vor sich hatte.

Wie der gebürtige Heidelberger Sattlergeselle Friedrich Ebert zu einem der führenden Sozialdemokraten wurde, welche politischen Ziele er verfolgte, wie er seine Aufgabe, Deutschland nach dem Ersten Weltkrieg und dem Verfall der bisherigen politischen Ordnung zu stabilisieren, meisterte und wie er sein Amt als erster Reichspräsident der Weimarer Republik führte, ist in vier Themenblöcken derart souverän herausgearbeitet, dass eine Epoche, die kaum einer der heutigen Zeitgenossen miterlebt hat, greifbar nahe rückt.

"Déjà vu"-Erlebnisse der Neuzeit sind dabei nicht ausgeschlossen, wie die SPD-Krise des Jahres 1915, die 1917 zur Abspaltung der innerparteilicher Opponenten und zur Gründung einer neuen "Unabhängigen Sozialdemokratischen Partei Deutschlands" führte, oder das unlautere Gerangel um Prestige- und Pfründeerhalt beispielsweise in militärischen Kreisen.

Deswegen ist es angeraten, sich mit dem Denken und Handeln Friedrich Eberts vertraut zu machen, um unter anderen den Schluss ziehen zu können, dass es jeder Stadt gut ansteht, an Friedrich Ebert zu erinnern, nicht nur weil er erster Reichspräsident gewesen ist, sondern weil er, der die Forderung nach Gleichberechtigung aller Menschen unerschütterlich vertrat, wesentlich dazu beigetragen hat, dass sich in Deutschland eine parlamentarische Demokratie entwickeln konnte.

Das Buch ist im
DRW-Verlag erschienen.

Rezension:
Rika Wettstein, Baden-Baden

Friedrich Ebert

Prägende Köpfe aus de Südwesten, Band 2
Friedrich Ebert
Sozialdemokrat und Staatsmann
Walter Mühlhausen
128 Seiten, 19 Abbildungen, Broschur, DRW-Verlag


Gleich bestellen

Zurück zur Übersicht

Inhalt | News | Geschichte | Stadtplan | Sehenswert
 
Kunst + Kultur | Theater | Festspielhaus | Casino | Events | Thermen | Sport
Hotels | Restaurants | Cafés + Bars | Shopping
Stadtteile | Umgebung | Elsass
Adressen | Impressum | Shop | Awards | Links