Fridas Vater
Der Fotograf Guillermo Kahlo
Von Pforzheim nach Mexiko

Beim Betrachten des Schutzumschlages kann unwillkürlich die Frage aufkommen: Was wäre Frida Kahlo ohne ihren Vater und was wäre Guillermo Kahlo ohne seine Tochter Frida?

Die Historikerin Gabriele Franger und der Lateinamerikanist Rainer Huhle bieten in einer Monografie, die anlässlich einer in Pforzheim präsentierten Wilhelm Kahlo-Ausstellung im September 2005 erschienen ist, die Möglichkeit, zumindest Teilantworten auf diese Frage zu erarbeiten.

Allein schon Frida Kahlos Information, ihr Vater sei ungarisch-deutscher Abstammung, nachzulesen unter einem zehn Jahre nach seinem Tod von ihr gemalten Porträt, und habe nie aufgehört, gegen Hitler zu kämpfen, reizt zur Beschäftigung mit Guillermo Kahlos Leben. So ist zu erfahren, dass er 1871 in Pforzheim geboren ist und 1874 mit seiner Familie in den heute zu Baden-Baden gehörenden Ort
Lichtental gezogen ist. Später wohnte die Familie auch in der Kurstadt selbst.

1890 ist Carl Wilhelm Kahlo, wie er in Pforzheim getauft worden ist, nach Mexiko ausgewandert und hat nach verschiedenen kaufmännischen Tätigkeiten mit dem gewerblichen Fotografieren begonnen. Die Übergänge sind fließend und werfen einige zusätzliche Fragen auf, deren Beantwortung erst nach weiteren Recherchen möglich erscheint.

Tatsache ist, dass Guillermo Kahlo ein visionärer Fotograf gewesen ist, was durch mehr als 100 Bildtafeln, die nicht nur dem geschulten Betrachter Respekt abverlangen, unter Beweis gestellt wird und in Beiträgen von Juan Coronel Rivera sowie von Guillermo Kahlos Urenkelin, der Fotografin Cristina Kahlo Alcalá, zum Ausdruck kommt. Zudem malte er auch und brachte diese Kunst seiner Tochter Frida während ihres langen Krankenlagers nach ihrem verheerenden Unfall im Jahr 1925 bei.

Sie, die zur eigenwilligen, unangepassten Malerin geworden ist, und er, der sensible, introvertierte zeitweilige "Starfotograf" seiner Wahlheimat, sorgen auch Jahrzehnte nach ihrem Tod durch ihre gemalten und fotografierten Hinweise aufeinander dafür, dass die Erforschung ihrer persönlichen und künstlerischen Beziehung weiter verfolgt wird. Wozu diese Publikation nicht nur einen wertvollen Anfangsbeitrag leisten kann, sondern durch die Darlegung des bereits Entdeckten allen Kahlo-Liebhabern und Bilderfreunden Hochinteressantes offeriert.

Das Buch ist im
Schirmer/Mosel Verlag erschienen.

Rezension:
Rika Wettstein, Baden-Baden

Fridas Vater - Wilhelm Kahlo

Fridas Vater
Der Fotograf Wilhelm Kahlo
Von Pforzheim nach Mexiko

Gaby Franger und Rainer Huhle mit weiteren Texten von Cristina Kahlo, Helga Prignitz-Poda, Juan Coronel Rivera und Raquel Tibol

248 Seiten, 60 Abbildungen, 119 Duotone-Tafeln, Festeinband mit Schutzumschlag, Schirmer/Mosel Verlag

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