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Der Badische Krimi, Band 6
Elenas Schweigen
Frauen, Mitte 50, mit dem Hang zum
Übergewicht gibt es nicht nur in der wohl
romantischsten Stadt der Region. Frauen, Mitte 50,
deren Leben aus dem gewohnten Takt geraten ist,
weil sie der Ehemann wegen einer Jüngeren
verlassen hat, sind sicher auch außerhalb
Heidelbergs zu finden. Und es wird auch kaum eine
Spezialität der reizvollen Neckarstadt sein,
gerade solche Frauen zu Leiterinnen von
Sonderkommissionen für Mordfälle zu
machen. Derlei Gedanken stellen sich bereits
während der Lektüre der ersten Seiten des
sechsten badischen Krimis ein und lassen Spannung
aufkommen herauszufinden, warum Maria Mooser, die
Hauptfigur der Geschichte, im idyllischen
Heidelberg am Wirken ist.
Mag sein, dass die Beschaffenheit von Stadt und
Umgebung mit ausschlaggebend für die Wahl
ihres Einsatzortes gewesen ist, da sie Anlass
für viele unbequeme Autofahrten der
Kommissarin und ihres ungeliebten Assistenten und
damit einhergehende heftige Auseinandersetzungen
oder beleidigtes Schweigen gibt.
Beide müssen sich um die Aufklärung eines
rätselhaften Mordfalls kümmern, dem
ausgerechnet der Neffe von Maria Moosers direktem
Vorgesetzten zum Opfer gefallen ist. Eineinhalb
Jahre ist es her, dass der strebsame Medizinstudent
spurlos verschwunden ist, um an einem heiteren
Februartag in einem verwilderten Garten im
Heidelberger Stadtteil Handschuhsheim als Leiche
wieder aufzutauchen.
Die keinesfalls als professionell neutral
erscheinenden Ermittlungen, von persönlichen
Animositäten der Kommissarin und ihres
Assistenten begleitet, führen unter anderem in
das Psychiatrische Krankenhaus in Wiesloch, in
welchem Elena Jahn, die Freundin des Toten, wegen
einer Psychose aus dem schizophrenen Formenkreis in
Behandlung ist. Ihre Einvernahme führt jedoch
nicht weiter, weswegen die mühsame und
zähe Suche nach Täter und Motiv
fortgesetzt werden muss. Sie endet in einem
modrigen Gartenschuppen nahe der Fundstelle der
Leiche, wo Maria Moosers Leben ein Ende fände,
würde ihr nicht just ihr Assistent Roland
Alsberger zur Hilfe eilen.
Eine versöhnlich stimmende Randerscheinung des
Geschehens ist die teilweise zum Schmunzeln Anlass
gebende Schilderung der sich anbahnenden
Liebesbeziehung zwischen Roland Alsberger und Maria
Moosers Tochter Vera, deren Fortgang offen
bleibt.
"Ich bin auch recht impulsiv, das wissen Sie doch?"
Diese fragende Feststellung oder feststellende
Frage Maria Moosers beschließt die
Geschichte, die manche/n sich fragen lassen wird:
Was war das? Der Ansatz eines Psychogramms einer
alternden Frau oder doch ein Krimi? Eine Antwort
darauf mag sich jede/r Interessierte selbst
erlesen.
Das Buch ist im Emons Verlag erschienen.
Rezension:
Rika Wettstein, Baden-Baden
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Badischer Krimi, Band 6
Elenas Schweigen
Von Marlene Bach
192 Seiten, Broschur, Emons Verlag

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