|
Der Badische Krimi, Band 12
Ein Teufel zu viel
Teufel auch, da haben die Schopfheimer im Jahr
2004, als die Großplastik des Bildhauers
Peter Lenk, welche die Badische Revolution
1848/49 thematisiert, aufgestellt wurde,
doch bereits ihren Skandal gehabt. Denn der als
Reaktionär in sechsfacher Ausfertigung zu
sehende ehemalige baden-württembergische
Ministerpräsident Erwin Teufel droht einem
Haufen von Freischärlern, unter denen sich
auch die Figur des Begründers der Kommune 1,
Fritz Teufel, der als Spaßrevoluzzer der
Studentenbewegung der 1960er Jahre gilt,
befindet.
Da wird die Fritz-Teufel-Figur gut zwei Jahre
später mit einem Hakenkreuz beschmiert und
beim Reinigungsversuch zerstört. Der
Erregungszustand der Schopfheimer erfährt
nicht nur eine weitere Steigerung, sondern
kulminiert nach der Entdeckung einer an Stelle des
fehlenden Fritz Teufels aufgehängten
Leiche.
Und wer, ausgerechnet, hat diese Leiche in einer
eisigen Januarnacht von Montag auf Dienstag
entdeckt? Nein, nicht Dr. Watson, der Basset Hound
des Testdiebs Rainer Maria Schlaicher, sondern
Schlaicher selbst. Und wer zieht den Testdieb
umgehend wieder in den Kreis der Verdächtigen?
Richtig, der schwergewichtige, hundeängstliche
Lörracher Kommissar Hans Peter Schlageter.
Beide dürften den Krimifans bereits aus dem
ersten Fall, in welchen der Testdieb wie auch im
neuerlichen rein zufällig geraten ist, bestens
bekannt sein.
Warum der Neuwiesentäler Schlaicher wieder
unfreiwillig mit Mord und anderen Straftaten
konfrontiert wird, erfährt der Leser in einer
spannend angelegten Geschichte, die mit
Persönlichem aus Rainer Maria Schlaichers
Leben ebenso wenig geizt wie mit garnierendem
Wortwitz. Die nicht unmaßgebliche Rolle Dr.
Watsons in der gesamten Gemengelage nicht zu
vergessen, die letztendlich darin gipfelt, seinen
in Lebensgefahr geratenen Halter ziemlich
ramponiert, aber dennoch, aus dessen Zwangslage zu
befreien.
Und weil die Vorfreude auf einen „Nachschlag" des
ersten Falls beim zweiten gleich mit üppig
verteilten Essensresten bedient wird, mag für
dieses Mal genügen, den Autor anzuregen, seine
Wertschätzung des Wiesentals, des Hotzenwalds
und des Markgräflerlands, die an vielen
Stellen durchblitzt, keineswegs für sich zu
behalten und seiner Fantasie zur Begeisterung von
Freunden guter, auch mehrfach lesenswerter,
Kriminalromane keine Zügel anzulegen.
Das Buch ist im Emons Verlag erschienen.
Rezension:
Rika Wettstein, Baden-Baden
|
|

Der Badische Krimi, Band 12
Ein Teufel zu viel
Ralf H. Dorweiler
256 Seiten, Broschur, Emons Verlag

Schlaicher-Dr. Watsons erster Fall:
Mord auf
Alemannisch
|
|