|
Das Buch Hitler
Ein einziger Auftraggeber für
"Das Buch Hitler" ist auszumachen. Adolf Hitlers
kommunistisches Diktator-Pendant Jossif
Wissarionowitsch Stalin ließ zwei enge
Mitarbeiter Hitlers, die in sowjetische
Gefangenschaft geraten waren, vier Jahre lang vom
Volkskommissariat für innere Sicherheit (NKWD)
verhören, um am 29. Dezember 1949 413
Schreibmaschinenseiten über das Leben Hitlers
zwischen 1933 und 1945 entgegenzunehmen und in
seinem persönlichen Archiv verstauen zu
können.
Eine zehn Jahre später erfolgte Abschrift
wurde unter der Nr. 462a in den Aktenbestand der
Allgemeinen Abteilung der KPdSU eingeordnet, wo sie
nach dem Zerfall der Sowjetunion von Matthias Uhl
entdeckt wurde, der im Rahmen eines
Forschungsauftrags des deutschen Instituts für
Zeitgeschichte eine systematische Durchsicht des
Aktenbestands eben jener Abteilung vorgenommen hat.
Im Jahr 2005 wurde das umfangreiche Werk
veröffentlicht.
425 Seiten spiegeln das Leben des
nationalsozialistischen Diktators und seines
Umfelds wieder, wie es Heinz Linge, seit 1935 in
Hitlers Diensten, zuletzt Chef des
persönlichen Diensts, und Otto Günsche,
seit 1936 für Hitler tätig, zuletzt als
persönlicher Adjutant, zu Verhörprotokoll
gegeben haben, welches zur Grundlage eines
Manuskripts wurde, das letztendlich einem einzigen
Mann, nämlich Stalin, als Lektüre dienen
sollte.
Ausführliche Vor- und Nachworte bilden den
erklärenden Rahmen dieser neuen bibliophilen
Quelle, die mit Informationen gespeist worden ist,
die von zwei Menschen stammten, welche den
täglichen Umgang mit Adolf Hitler pflegten,
ohne ihm menschlich nahe zu sein, wie die beiden
Herausgeber hervorheben.
Etliches Bildmaterial und ein biographischer
Anhang, der handelnde zeitgenössische Personen
in alphabetischer Reihenfolge vorstellt, sowie ein
ausführliches Personenregister verleihen dem
Buch die Qualität eines ausgezeichneten
geschichtlichen Dokuments, das auch Kenner jener
zwölfjährigen finsteren Epoche deutscher
Geschichte noch mit ergänzenden Informationen
überraschen kann.
Das Buch ist im Gustav Lübbe
Verlag erschienen.
Rezension:
Rika Wettstein, Baden-Baden
|
|

Das Buch Hitler
Henrik Eberle und Matthias Uhl
(Herausgeber), aus dem Russischen
übersetzt von Helmut Ettinger, 672
Seiten, gebundene Ausgabe, 56
Duplex-Abbildungen, Lübbe Verlag

|
|