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Bergfriedhof
Alt Heidelberg, die feine, die
Stadt an Ehren reich, ist bereits vielfach besungen
und beschrieben worden, auch von Autoren, die
Heidelbergs Kriminalbeamte Verbrechen aufdecken
lassen. Nach Marcus Imbsweilers Willen soll sich
zur Abwechslung ein Privatdetektiv nicht nur mit
Ermittlungen beschäftigen, sondern auch die
bedeutendste Romantikstadt Deutschlands, von
Millionen von Touristen alljährlich besucht,
bestaunt und abgelichtet, nahe bringen. Welchen
Eindruck weniger oder mehr bekannte Bauten, die
einzelnen Heidelberger Stadteile oder deren
Bewohner auf den Wahlheidelberger Max Koller
machen, ist allein schon Lesevergnügen pur.
Der Mittdreißiger ist darüber hinaus
davon überzeugt, auf der Verliererseite des
Lebens zu stehen. Etliche Belege hierfür
werden von dem finanziell Dauerklammen im Verlauf
der alles andere als romantisch anmutenden
Geschichte in herrlich selbstironischer Manier
präsentiert und machen zeitweise vergessen,
dass der passionierte Radfahrer sich mit einem Fall
auseinandersetzt, der kurz nach der Auftragsannahme
gar nicht mehr sein Fall zu sein hat.
An einem Freitagnacht Ende April telefonisch auf
den Bergfriedhof beordert, findet Max Koller nicht
nur eine Leiche auf einem der
Kriegsopfergräber, sondern er trifft auch auf
seinen mysteriösen Auftraggeber, der weder
etwas mit der Leiche noch weiter mit dem
"Privatlic“ zu tun haben will. Eine
großzügige finanzielle
Aufwandsentschädigung soll diesem Willen
Nachdruck verleihen, erreicht bei dem sich
ausgetrickst fühlenden Privatermittler
allerdings genau das Gegenteil, was ihm neben
ramponierten Fahrrädern und Veilchenaugen auch
eine heftige Prügelei mit Heidelberger
Burschenschaftlern einbringt.
Nichtsdestotrotz beschafft sich Max Koller weiter
Informationen zur Identität seines
Nicht-Auftraggebers, zu dessen gesellschaftlicher
Stellung und vor allem zu dessen Vergangenheit.
Nach einer knappen Woche hat er die sich selbst
gestellte Aufgabe unter anderem mit Hilfe seines
besten Freundes, seiner Exfrau, seines
Journalistenfreundes und etlicher Zechkumpane
seiner Stammkneipe gelöst und dem Leser
höchst unterhaltsame Stunden mit raffiniert
ausgedachten Verstrickungen beschert.
Einen Koller wird sicherlich niemand, der Gefallen
an geistreicher, in moderater Form servierter
Realsatire findet, bekommen, sondern gespannt auf
Kollers nächste Herausforderung warten.
Das Buch ist im Gmeiner-Verlag erschienen.
Rezension:
Rika Wettstein, Baden-Baden
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Bergfriedhof
Marcus Imbsweiler
419 Seiten, Broschur, Gmeiner Verlag

Max Kollers zweiter Fall:
Schlussakt >
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