Karlheinz Fuchs' Vorwort zu der nicht nur durch Format und Gewicht beeindruckenden Dokumentation

Baukunst im Deutschen Südwesten
Architekten und Baumeister aus acht Jahrhunderten

unterstreicht das Anliegen, die Auftraggeber und die Baumeister all jener den deutschen Südwesten prägenden Bauwerke aus ihrer (relativen) Anonymität herauszuholen.

Dieses Anliegen umzusetzen, gelingt ihm bestens.

In Baden-Baden gibt es einen Baumeister-Rohrer-Weg. Was liegt also näher, als in dem das umfangreiche Werk beschließenden Register nach "Rohrer" zu suchen. Fündig wird man für die Seite 71 folgende und erfährt Erstaunliches, unter anderem dass Johann Peter Ernst Rohrer, der jüngere der beiden Baumeisterbrüder, 1751 die Wiederherstellung der beim
großen Stadtbrand von 1689 Baden-Badener Stiftskirche verwirklichte. Fesselnd.

Der Einstieg in dieses Geschichts-, Geschichten- und Bilderbuch über die Jahrtausende alte Baukultur der Region hätte derlei schon erahnen lassen können. Kult-, Militär- und Wohnbauten wird im ersten Kapitel sachkundige Aufmerksamkeit gewidmet, auch der römischen Bade- und Wohnkultur wie den römischen Badruinen in Badenweiler und der villa rustica in Hechingen-Stein.

Dem spannenden Ausflug in die vormittelalterliche Zeit folgt der Zeitabschnitt der Gotik mit Wissenswertem zu Goethe, den Baumeistern, den Bauhütten und den steinernen Zeugen dieser Baukunst, sowie die Epoche der Renaissance. Diese bescherte unter anderem das Schloss Gottesaue in Karlsruhe und die "edelste Ruine Deutschlands", das Heidelberger Schloss.

Zu den Baumeistern, die dem Barock zugerechnet sind, zählen auch die Gebrüder Rohrer und selbstverständlich Balthasar Neumann, der gebürtige Böhme, der auch im heutigen Baden-Württemberg die Baukunst ausübte. Wie es dazu kam, wird nachvollziehbar vermittelt.

Für die Epoche Ende 18. bis Mitte 19. Jahrhunderts mit ihren großen Baumeistern, zu denen Friedrich Eisenlohr, Heinrich Hübsch, der Erbauer der Baden-Badener
Trinkhalle, und Friedrich Weinbrenner, der den Kurstädtern das Kurhaus geschaffen hat, zählen, werden Klassizismus, Romantik und Rundbogenstil aufgearbeitet, bevor in der Epochebetrachtung Mitte und Ende des 19. Jahrhunderts der Historismus und die Wiedererweckung alter Bauformen behandelt werden.

Weiter>

Hermann Billing, der Architekt der Staatlichen Kunsthalle Baden-Baden wird von Karlheinz Fuchs zu den Baumeistern der Vormoderne gezählt, die nach 1918 in "neues bauen" - neuer Traditionalismus übergeht und unter anderem Paul Schmitthenner, dem Gestalter der Ooswinkel-Siedlung Baden-Badens Ausführliches widmet.

Das letzte Kapitel beschäftigt sich mit dem Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg und auch mit
Egon Eiermann, der 2004 im Erscheinungsjahr des Baukunst-Buches 100 Jahre alt geworden wäre.

Dass Karlheinz Fuchs nicht nur ein souveräner Kenner, sondern auch ein emsiger Quellennutzer ist, wird anhand des umfangreichen Literaturverzeichnisses deutlich. Kaum weniger umfangreich ist das anschließende Personenregister, das beispielsweise Aufschluss gibt: "Rohrer, Gebrüder 71-74".

Ein fabelhaftes Nachschlagewerk zu Architektur und Geschichte(n) im Südwesten Deutschlands, das nicht nur Architekturliebhaber begeistern wird, ist Karlheinz Fuchs gelungen.

Das Buch ist im
DRW-Verlag erschienen.

Rezension:
Rika Wettstein, Baden-Baden

Baukunst im Deutschen Südwesten

Baukunst im Deutschen Südwesten
von Karlheinz Fuchs

Gebundene Ausgabe,
256 Seiten, 350 farbige Abbildungen, DRW Verlag

Gleich bestellen 


Zurück zur Übersicht



Inhalt | News | Geschichte | Stadtplan | Sehenswert
 
Kunst + Kultur | Theater | Festspielhaus | Casino | Events | Thermen | Sport
Hotels | Restaurants | Cafés + Bars | Shopping
Stadtteile | Umgebung | Elsass
Adressen | Forum | Gästebuch | Shop | Awards | Links