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Selbst desinteressiertesten und
gelangweiltesten Schülern dürfte ein Name
aus dem Unterricht zur deutschen Geschichte im
Gedächtnis geblieben sein: Barbarossa, Kaiser
Rotbart. Weitere Einzelheiten zu seiner Person sind
sicher nicht mehr geläufig. Wer sich damit auf
lesbare Art vertraut machen will, mag sich auf die
"Reise zu den Staufern in Südwestdeutschland"
begeben.
Zu Beginn dieser Reise werden
Barbarossa & Co.
vorgestellt, wobei sich hinter "Co." weniger der
aus dem Kaufmännischen stammende Begriff
"Compagnie" verbirgt als eher die
Familienmitglieder der Staufer. Obgleich, eine Art
"Compagnie" waren die Staufer schon, eine
Familiengesellschaft der Herrschenden über gut
200 Jahre hinweg. Über diese
Familiengesellschaft klärt Johannes Lehmann
eingangs der Reise mit Ahnentafel und kurz
gefasster, verständlicher Familienchronik auf
- auch über Barbarossa, den siebten
Rangträger.
Johannes Lehmann lässt eine Welt aufleben, die
fast mühelos in die heutige Zeit
übertragen werden könnte, mit all dem
Streben nach Macht - Macht unter den Herrschenden,
Macht der Kirche, Macht der Christen gegenüber
Andersgläubigen. Und weil dem so ist, spannt
die "Kleine Staufergeschichte" den Leser ein in das
Geschehen, das im Jahr 1268 am Schafott in Neapel
mit der Enthauptung des letzten Staufers endet.
Danach tritt er die Reise zu den
Stauferstätten an und verführt durch die
ihm eigene Sprachkunst regelrecht dazu, mit ihm
weiterzureisen vom Wäscherschlössle,
südlich des Staufer-Hausklosters Lorch
gelegen, bis nach Murbach im heutigen Elsass.
En passant erfährt der Reisende, woher die
Staufer und ihr Name stammen und Wissenswertes zur
Wappengestaltung, zum Verhältnis "Rittersmann
und Bürger", zum "Leben in der Stadt" und zu
den Pfalzen, den Regierungssitzen auf Zeit.
Humorvoll und wortgewandt fasziniert Johannes
Lehmann mit seinem schier unerschöpflichen
Wissen und seiner Gabe, Vergangenes und
Gegenwärtiges aufs Beste zu
verknüpfen.
Zum besseren Zurechtfinden, wenn Vor- oder
Zurückblättern angesagt sein sollte, sind
die Namen der Stationen in den Fußzeilen
neben den Seitenzahlen festgehalten. Wo angebracht
oder notwendig, ergänzen Informationen zu
Öffnungszeiten und anderem die Beschreibungen
der einzelnen Reiseziele, die durch
ausgewählte Fotografien einen
zusätzlichen Reiz erhalten. Ein
ausführliches Register und eine
Übersichtskarte dienen ebenfalls als
Orientierungshilfe.
Diese Karte zu den Zeugnissen der Stauferzeit, die
im Süden bis zur Insel Reichenau, im Norden
bis Gelnhausen und im Nordwesten bis zu den
Domstädten Mainz, Worms und Speyer zu finden
sind, verdeutlicht optisch die Bedeutung, die
Barbarossa & Co. - auch heute noch - in diesem
Gebiet zukommt und macht Lust, durch die
Lektüre des Buches bestens vorbereitet, die
Stauferstätten wirklich zu bereisen.
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Über den Autor:
Dr. Johannes Lehmann, geboren 1929 in Madras
(Indien) als Sohn eines Missionars, studierte in
Halle, Westberlin und Edinburgh Publizistik,
Philosophie, Theologie und Psychologie. Er war
Redakteur beim Süddeutschen Rundfunk in
Stuttgart, wo er unter anderem jahrzehntelang die
Sendung "Die Bücherbar" verantwortete. Daneben
hat sich Lehmann als Autor erfolgreicher
Sachbücher einen Namen gemacht ("Caracalla
& Kohorten", "Unser
armer Schiller", "Jesus-Report", "Die
Jesus-GmbH", "Moses", "Buddha", "Die Hethiter",
"Die Staufer" und viele andere).
Das Buch ist im Silberburg-Verlag erschienen
Rezension:
Rika Wettstein, Baden-Baden
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Barbarossa & Co.
von Johannes Lehmann
Gebundene Ausgabe
160 Seiten
Silberburg-Verlag

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