Archäologische Ausgrabungen 2007

In 64 Beiträgen berichten Fachleute über die Ausgrabungsergebnisse, welche das Jahr 2007 gebracht hat. Der renommierte baden-württembergische Landesarchäologe Jörg Biel hat auch diese Beiträge in der gewohnten und bewährten klar gegliederten Art zusammengestellt. Nach seinem Vorwort informiert eine Karte über die Grabungsorte im deutschen Südwesten.

Interessierte an den Zeugnissen der Vergangenheit, welche in den vergangenen Jahren die akribische Arbeit der Spurensucher verfolgt haben, wird es kaum wundern, dass es sich bei Mudau-Schchloßau auch im Jahr 2007 um den nördlichsten Untersuchungsort auf dieser Karte handelt. Der entsprechende Bericht, der sowohl über das Inhaltsverzeichnis als auch über ein Ortsregister am Buchende leicht zu finden ist, lässt wissen, dass dort seit fünf Jahren archäologische Ausgrabungen vorgenommen worden sind, um Erkenntnisse über den mittleren Odenwaldlimes zu erlangen.

Auch am südlichsten Ort, Murg am Hochrhein, sind Zeugnisse römischen Lebens gefunden worden, oder genauer des Umgangs der Römer mit ihren Toten.

Weitere Gräber aus anderen Epochen wurden ebenfalls entdeckt; beispielsweise Gräber der Glockenbecherkultur bei Singen, oder das Gemeinschaftsgrab aus dem 8. Jahrhundert dreier gewaltsam zu Tode gekommener Männer im schwäbischen Hessigheim. Dort ist auch bei Untersuchungen eines fränkisch-alemannischen Gräberfelds im Jahr 2006 in einem Frauengrab ein Kästchen entdeckt worden, dessen mühevolle Rekonstruktion ermöglichte, es als Titelbild dieses Buches zu nutzen. Die Forscher werden sicherlich nicht ruhen, bis sie ihre Frage nach dem Warum der Grabbeigabe ebenso schlüssig beantwortet haben, wie sie dem Versuch der Klärung der historischen Voraussetzungen hierfür nachgehen werden.

Weitere Beiträge beschäftigten sich unter anderem mit den Fischreisern am Bodensee und den ersten Schritten zu einer archäologischen und ökologischen Bestandaufnahme dieser "seit Menschengedenken" als Schutzraum für Fische eingerichteten Anlagen, mit dem frühkeltischen Fürstensitz Heuneburg oder mit einem frühalemannischen Wohnstallhaus bei Vörstetten im Kreis Emmendingen.

Fotografien, Pläne und Zeichnungen komplettieren die aufschlussreiche und spannende "Reise in die Vergangenheit" Baden-Württembergs, die noch lange nicht am Ziel angelangt zu sein scheint.

Das Buch ist im
Theiss Verlag erschienen.

Rezension:
Rika Wettstein, Baden-Baden




Archäologische Ausgrabungen in Baden-Württemberg
Jahrbuch 2006
Herausgegeben vom Landesamt für Denkmalpflege Baden-Württemberg, dem Archäologischen Landesmuseum, dem Förderkreis Archäologie in Baden, der Gesellschaft für Vor- und Frühgeschichte in Württemberg und Hohenzollern und dem Förderkreis Archäologie in Baden
272 Seiten, 243 meist farbige Fotos, Pläne und Zeichnungen, Fadenheftung, kartoniert, Theiss Verlag

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