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Ausstellung
im Alten Dampfbad vom 20. März bis 10. Mai
2009
Victor Puhonny - Künstler in Baden-Baden
Vor 100
Jahren starb in Baden-Baden ein Künstler, der
mit seinen Bildern eine sehr persönliche Sicht
auf die Stadt und ihre nähere und weitere
Umgebung festgehalten hat, und mit ihnen
gleichzeitig ein Bild bürgerlicher
Befindlichkeit in der zweiten Hälfte des 19.
Jahrhunderts vermittelt.
Victor Puhonny wurde 1938 in Prag geboren. Er starb
1909 in Baden-Baden. Die Stadt ehrt ihn zu seinem
100. Todestag mit der Auszeichnung "Künstler
in Baden-Baden".
Nach Ende seiner Realschulzeit erhält Puhonny
ein Stipendium an der Theresianischen
Militärakademie in der Wiener Neustadt. Er ist
erst 13 Jahre alt, und nach der üblichen
strengen und harten Ausbildung wird der jetzt
21jährige Puhonny zum Leutnant befördert.
Laut Führungszeugnis ist er "groß,
schlank und gesund" und "ein mehrseitig gut
verwendbarer Offizier." Von 1859 bis 1862
gehört er zum österreichischen Kontingent
der Truppen des Deutschen Bundes, die zusammen mit
einem preußischen Kontingent in der Festung
Rastatt liegen.
Zu den bevorzugten Freizeitvergnügungen der
jungen Offiziere gehören Ausritte nach
Baden-Baden. Hier lernt Puhonny die noch sehr junge
Arzttochter Adèle Lachèze kennen, die
er 1864 heiratet. Nach einer kurzen Stationierung
in Norditalien kann er dank eines alten Privilegs
den Militärdienst quittieren und nach
Baden-Baden zurückkehren.
Erst jetzt beginnt Victor Puhonny, sich mit der
Kunst der Malerei zu befassen. Darin wird der
Autodidakt von seinem späteren Freund, dem
Badischen Hofmaler Georg Saal,
bestärkt. Puhonny bezieht mit
großzügiger Unterstützung der
Großeltern seiner Frau den Gutshof auf dem
Sauersberg und widmet sich weiterhin der
Malerei.
Nachdem seine erste Frau gestorben ist, heiratet er
1873 Sophie, geb. Saal, die Tochter seines
inzwischen ebenfalls verstorbenen Malerfreundes
Saal. Aus dieser Ehe geht der Sohn Ivo hervor,
der es später zu einem sehr bekannten
Grafiker, Puppenschnitzer und Puppenspieler bringen
wird. Rundum glücklich jedoch bleibt Puhonnys
Leben auch jetzt nicht: Erst stirbt das letzte
seiner vier Kinder aus erster Ehe, und wenig
später auch seine zweite Frau Sophie.
Scheinbar ungeachtet dieser Schicksalsschläge
arbeitet der Künstler an seinem Werk. Sehr
häufig stellt er seine Staffelei in die freie
Natur und malt dort. Dabei entwickelt er eine sehr
individuelle Farbpalette von Grün-, Braun- und
Rottönen. Seine Motive findet er vor allem in
den Landschaften, Dörfern und
Kleinstädten des Schwarzwaldes und des
Rheintals. Seine von persönlichen
Schicksalsschlägen offensichtlich
unberührten Werke geben die Sehnsüchte
einer bürgerlichen Gesellschaft wieder, der
die rasanten Fortschritte in Wissenschaft und
Technik über den Kopf zu wachsen drohen und
die von einer Politik internationalen
Säbelrasselns zutiefst verunsichert ist. Als
Folge flüchtet sie sich gerne in die erkennbar
"heile Welt" des Victor Puhonny.
Seine Bilder sind begehrt und bringen ihm auch
materiellen Erfolg. Ausstellungen in Museen und
Galerien zwischen Hamburg, Berlin und Dresden
führen zu einer ansehnlichen Zahl verkaufter
Werke. Schon 1888 kann er in der Bismarckstrasse
ein stattliches Haus bauen. Als er 1909 stirbt
hinterlässt er ein umfangreiches Erbe, das
sich heute im Besitz der Familie, einer Reihe von
Museen und in vielen privaten Sammlungen
befindet.
Die Ausstellung in den Räumen der Gesellschaft
der Freunde junger Kunst im Alten Dampfbad zeigt
etwa 70 Arbeiten des Künstlers aus allen
Schaffensperioden, daneben Briefe, Zeichnungen,
Aquarelle, Skizzen, Fotos und Gegenstände aus
seinem persönlichen Nachlass.
Zur Ausstellung erscheint eine Biographie und ein
Werkverzeichnis, das der Autor Joachim O. Engert in
den letzten 20 Jahren zusammengetragen hat.
(PR)
Gesellschaft
der Freunde junger Kunst e.V. Baden-Baden
Altes Dampfbad, Marktplatz 13, 76530
Baden-Baden
www.gfjk.de
Öffnungszeiten:
Dienstag bis Freitag 15.00 bis 18.00 Uhr, Samstag
und Sonntag, 11.00 bis 17.00 Uhr. Eintritt
frei.
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