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Eine
Berlinerin wurde Opfer einer Baden-Badener
Anwaltskanzlei.
Serviceoriente
Dienstleistung nach Baden-Badener Art
(20. 3. 2007) Allein im Berliner Telefonbuch gibt
es zehn Einträge mit dem Namen "Simone
Schmidt". Kein Wunder, dass Simone Schmidt Opfer
einer unangenehmen Verwechslung wurde. Hätte
der Berliner Kurier nicht eingegriffen, wäre
der Gerichtsvollzieher gekommen.
"Die geltend gemachte Forderung in Höhe von
2392,16 Euro ist rechtskräftig tituliert",
hieß es drohend im Brief der Baden-Badener
Rechtsanwaltsgesellschaft. "Darin kündigte man
Simone Schmidt bei Nichtzahlung, alle gesetzlich
vorgesehenen Zwangsmaßnahmen" an, also den
Gerichtsvollzieher, erzählte die
Verkäuferin aus Lichtenberg dem Berliner
Kurier schaudernd.
Fast ein Jahr lang hatte die Berlinerin vergeblich
selbst versucht, sich aus dem Schlamassel zu
befreien. "Im April 2006 kam der erste Brief aus
Baden-Baden mit der Forderung. Man teilte ihr mit,
dass sie in der Husemannstraße 12 gewohnt
haben soll und dort Strom-Schulden gemacht habe".
Frau Schmidt hat dort jedoch nie gewohnt. Sie
besorgte sich vom Landesamt für Bürger-
und Ordnungsangelegenheiten eine
Meldebescheinigung. Fünf Wohnorte listete
diese seit 1980 auf. Aber keiner in der
Husemannstraße! Die Tatsache hielt die
Kanzlei aus der Kurstadt jedoch nicht davon ab,
weitere Forderungen und Drohungen zu schicken.
In ihrer Not wandte sich Simone Schmidt an den
Berliner Kurier. "Könnt Ihr nicht was tun?"
Die Reporter nahmen Kontakt mit dem
Einwohnermeldeamt auf und erfuhren dort, dass
solche Verwechslungen bei Massen-Namen öfter
vorkämen. Die Firmen besorgenten sich die
Adressen von irgendwelchen Telefonbuch-CDs und
bombardierten die Leute dann mit Mahnungen.
Fast nach einem Jahr hat die Kanzlei nun
"eingeräumt", dass es sich wohl um eine
Verwechslung gehandelt haben muss.
Im Fall der Berlinerin Simone Schmidt hat man sich
in der Baden-Badener Rechtsanwaltsgesellschaft wohl
nicht an den eigenen Maßstäben
orientiert, die da lauten:
"Im Dialog mit dem Anspruchsgegner versuchen wir,
möglichst frühzeitig zu einer für
beide Seiten wirtschaftlichen Lösung zu
kommen" und "wir verstehen uns als
serviceorientierter Dienstleister mit hoher
Branchenkompetenz".
Berliner Kurier/WP
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