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Die
Vandalen ziehen 2009 ins Karlsruher Schloss
ein
Vom 24. Oktober 2009 bis 21.Februar 2010 präsentiert
das Badische Landesmuseum die Sonderausstellung "Erben des
Imperiums in Nordafrika – Das Königreich der Vandalen".
Sie zeichnet ein neues Bild jener antiken Großmacht,
die im Bewusstsein der Öffentlichkeit stets mit
negativen Assoziationen verbunden ist. Dabei erfährt
das BLM vor allem großzügige Unterstützung
von tunesischen Museen. Ein Großteil der
spektakulären Exponate wird zum ersten Mal in
Deutschland zu sehen sein.
Zu Beginn des 5. Jh. befand sich das krisengeschüttelte
römische Weltreich im Umbruch. Zahlreiche germanische
und reiternomadische Stämme wanderten auf der Suche
nach einer neuen Heimat quer durch Europa. Zu diesen
Völkerverbänden zählten auch die Vandalen,
die den Rhein überschritten, in Gallien einfielen,
weiter durch Spanien zogen und 429 ein unerhörtes
Unterfangen realisierten: Sie wagten die Überfahrt nach
Nordafrika, eroberten das fremde Territorium und
gründeten schließlich ein mächtiges
Königreich, das für kurze Zeit die Geschicke des
Mittelmeerraums bestimmte.
Damit waren die Vandalen die ersten der
völkerwanderungszeitlichen "Barbaren", die für
sich in Anspruch nahmen, die Erben der alten Großmacht
zu sein. In den Augen Roms besaß ihr Staat keine
Legitimation. Doch neuere Forschungen zeigen, dass es sich
um ein wohl geordnetes Staatswesen handelte. So wird die
Sonderausstellung dieses Bild der Vandalen relativieren, die
zwar sprichwörtlich als zivilisationsfeindliche
Zerstörer galten, doch tatsächlich als Bewahrer
römischer Kultur und Lebensart anzusehen sind.
Hochkarätige Objekte von beträchtlicher
künstlerischer Qualität, darunter kostbare
Schmuckstücke, einzigartige Mosaike oder
großformatige Bildwerke geben Zeugnis von der Kunst
und Kultur in Nordafrika zur Zeit der Vandalen. Von
großer Bedeutung war hier die prachtvolle Baukunst.
Ein überragendes Beispiel ist das Mosaik der "Dame von
Karthago", das zum ersten Mal in Deutschland zu sehen sein
wird. Erstmalig wird auch der Sarkophag von Lamta
ausgestellt. Er gilt als ein Zeugnis der Ausbreitung des
frühen Christentums und verdeutlicht den Einfluss
germanischer Traditionen.
Einen weiteren Höhepunkt der Großen
Landesausstellung bilden die maßstabsgetreuen
Inszenierungen einer spätantiken Villa und eines
begehbaren Baptisteriums. Den frühchristlichen
Kirchenbau verdeutlichen eigens für die Ausstellung
angefertigte Modelle, beispielsweise von der Basilika Damous
el-Karita in Karthago oder der Kirche im westtunesischen
Henchir el-Gousset.
Zur Ausstellung erscheint ein Katalog mit interessanten
Aufsätzen und zahlreichen Farbabbildungen. Geplant sind
zudem ein vielfältiges museumspädagogisches
Programm und attraktive Begleitungsveranstaltungen wie
Vorträge und exklusive Abende.
Im Musée National du Bardo in Tunis befinden sich
viele Mosaiken und andere Kunstgegenstände aus der Zeit
der Vandalen.
Öffnungszeiten Landesmuseum im Karlsruher Schloss:
Dienstag, Mittwoch, Freitag, Samstag, Sonntag, Feiertage: 10
bis 18 Uhr, Donnerstag 10 bis 21 Uhr
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