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Baden-Baden
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Greenpeace nennt Baden-Baden als schlechtes Beispiel.
Stadtverwaltung: Genereller Verzicht.

Doch kein Tropenholz
in der Cité

Holz aus dem indonesischen Urwald als Balkonbelag in der Cité: Die Ausschreibung der Entwicklungsgesellschaft Cité alarmierte Greenpeace - und die Umweltorganisation hat für bundesweite Beachtung gesorgt. Indes: Die Cité GmbH hatte nach eigenen Angaben "schon länger" auf das Tropenholz verzichtet. Das gilt laut Pressesprecher Roland Seiter generell für städtische Bauten.

Anlässlich der UN-Artenschutzkonferenz in Kuala Lumpur (Malaysia) veröffentlichte Greenpeace in der vergangenen Woche vier Beispiele, in denen sich "Deutschland mitschuldig macht" an der Zerstörung der Urwälder und dem Aussterben von Tier- und Pflanzenarten. Eines der Beispiele: das "Haus Luxemburg der Stadt Baden-Baden". Es seien 215 Quadratmeter indonesisches Bangkirai-Holz für Bodenbeläge ausgeschrieben worden.

Bangkirai - das ist eine gegenüber Teak ziemlich unbekannte, aber höchst dauerhafte und stabile Baumart. Das Holz muss weder gestrichen noch gepflegt werden. Allerdings: Auch Bangkirai wird in Indonesien fast durchweg im Raubbau gewonnen.

Der "
Ultimative Stadtführer - Baden-Baden im Internet" hat sich nach der Greenpeace-Veröffentlichung an die Stadtverwaltung gewandt: Sollte tatsächlich Tropenholz als Fußbodenbelag verwendet werden, "wirft dies kein besonders gutes Licht auf die Stadt". Zudem stelle sich die Frage, warum ausgerechnet Tropenholz eingesetzt werden soll, wo sich doch im Wald "noch genügend Material als Überbleibsel des 1999er Orkans" finde.

Auf Anfrage unserer Zeitung sagte Markus M. Börsig, kaufmännischer Projektsteuerer der Cité-GmbH, dass die Ausschreibung der Balkonbeläge schon vor einigen Monaten erfolgt sei. Da witterungsbeständige Hölzer verwendet werden müssen, sei "ursprünglich Bangkirai-Holz ausgeschrieben" worden.

Grund, so Börsig: "Unser Architekt hatte die Auskunft, dass es sich dabei um Plantagen-Holz handele." Von Anfang an habe die Cité-GmbH aber darauf Wert gelegt, zertifiziertes Bangkirai-Holz gemäß Gütesiegel FSC (Forest Stewardship Council) zu verwenden. "Hierfür konnte uns jedoch kein Nachweis erbracht werden. Entsprechend wurde und wird Bangkirai-Holz bei der Sanierung nicht verwendet", so Börsig. "Philosophie unseres Hauses" sei es, heimische Hölzer "oder bei der Notwendigkeit von tropischen Hölzem nur" FSC-zertifizierte Baumarten zu verwenden.

Tatsächlich ist Bangkirai-Holz wie die meisten anderen Tropenhölzer ohne Probleme auf dem Markt zu erhalten. Allerdings, so der gemeinnützige Verein Pro Regenwald im Hinblick auf Südostasien: Ob Bangkirai', Meranti oder Ramin - "es gibt bisher keine erntereifen Plantagen". Vielmehr würden die letzten Urwälder und damit auch die Lebensräume von Ureinwohnern zerstört. Ohnehin: FSC-zertifiziertes Bangkirai-Holz gibt es nicht - und zwar weltweit. Das lehrt eine Anfrage bei der FSC-Organisation.

Ob Bangkirai oder das bei manchen Bauherrn beliebte Meranti-HoIz, ob zertifiziert oder nicht: "Wir vermeiden grundsätzlich tropische Hölzer", gibt Pressesprecher Seiter den allerdings schriftlich nicht fixierten Kurs der Stadtverwaltung wider. "Wir haben uns dazu selbst verpflichtet - gegenüber der Offentlichkeit und dem guten Gewissen." Zudem, so Seiter: "In der Regel besteht keine Notwendigkeit, tropische Hölzer einzusetzen."

Ob Greenpeace, Nabu oder WWF: Sie raten dazu, beim Kauf von Holz grundsätzlich auf das Gütesiegel FSC zu achten. Nur daran könne der Verbraucher erkennen, dass er kein Holz aus Urwaldzerstörung kaufe. Die Stadt Baden-Baden setzt beim eigenen Stadtwald indes auf das Siegel PEFC (Pan European Forest Certification). Von diesem Siegel halten die Umweltverbände wenig.

Badisches Tagblatt 17.2.2004


Weiterführende Links:
Greenpeace
Pro Regenwald


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