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Tourismus
in Baden-Württemberg
Neuer
Gästerekord, leichter
Übernachtungszuwachs
Kräftige
Zuwächse bei ausländischen
Gästen.
Die seit Herbst 2004 insgesamt wieder positive
Tendenz des baden-württembergischen
Tourismusgewerbes setzte sich auch im
Sommerhalbjahr (Mai bis Oktober) 2006 in
abgeschwächter Form fort. Nach Feststellung
des Statistischen Landesamtes begrüßten
die Beherbergungsbetriebe mit mehr als acht Betten
in der traditionellen Hauptsaison knapp 9,3 Mill.
Gäste, soviel wie nie zuvor. Dies entspricht
einem Zuwachs um 2,6 Prozent gegenüber dem
vorhergehenden Sommer. Die für das Gewerbe
bedeutendere Übernachtungszahl stieg jedoch
nur leicht um 0,3 Prozent auf 25,2 Mill. Weil sich
der anhaltende Trend zu immer kürzeren
Aufenthalten weiter fortsetzte, fiel der Zuwachs
bei den Übernachtungen damit erneut geringer
aus als bei der Gästezahl. Im Sommer 2006
blieb ein Gast rechnerisch nur noch 2,7 Tage im
selben Quartier, während 1996 noch
durchschnittlich 3,3 Übernachtungen gebucht
worden waren. Wie stets seit 2002 legten auch
diesmal die Übernachtungen ausländischer
Gäste überdurchschnittlich zu. Mit 11,5
Prozent auf den neuen Rekordwert von 4,7 Mill.
Ausländerübernachtungen war der Anstieg
in diesem Sommer aber außergewöhnlich
hoch. Dazu trug nicht zuletzt der WM-Monat Juni
bei, in dem die internationalen Gäste sogar 30
Prozent mehr Übernachtungen im Land buchten
als im Vorjahr. Wesentlich reservierter zeigten
sich demgegenüber die Gäste aus
Deutschland, denn ihre Übernachtungen gingen
im Sommerhalbjahr um 2 Prozent auf knapp 20,5 Mill.
zurück.
Hinter diesem Gesamtergebnis verbergen sich
allerdings unterschiedliche Entwicklungen in den
einzelnen Teilbereichen des Tourismus.
Die
klassische Hotellerie (Hotels, Hotels garni,
Gasthöfe und Pensionen) verbesserte ihr
Übernachtungsergebnis gegenüber dem
letzten Sommer um 2,3 Prozent
überdurchschnittlich stark. Die sog.
Parahotellerie, zu denen beispielsweise
Jugendherbergen, Campingplätze oder
Ferienwohnungen gezählt werden,
büßte dagegen 1,5 Prozent ihrer
Übernachtungen gegenüber dem Vorsommer
ein. Sogar um 5 Prozent sanken die
Übernachtungen in den stationären
Kureinrichtungen, denen im Bäderland
Baden-Württemberg eine relativ starke
Bedeutung zukommt. Allerdings könnte sich hier
eine Trendwende der seit Mitte 2001 anhaltenden
Abwärtsentwicklung andeuten, denn die
Rückgänge verringerten sich ab August
2006 deutlich; im Oktober wurde sogar ein leichter
Übernachtungsanstieg um 1,2 Prozent
verzeichnet.
Die negative Entwicklung bei den deutschen
Gästen und speziell im Kurbereich schlug sich
auch in einem Übernachtungsrückgang bei
den prädikatisierten Gemeinden um 2,5 Prozent
nieder, denn diese Tourismusorte werden besonders
von der deutschen Kundschaft bzw. dem
Gesundheitstourismus geprägt. Da es sich
hierbei meist um kleinere Gemeinden handelt,
verbuchten auch alle
Gemeindegrößenklassen bis zu 20000
Einwohnern Übernachtungsrückgänge.
Demgegenüber profitierten die nicht
prädikatisierten Sonstigen Gemeinden mit einem
Übernachtungszuwachs um 3,9 Prozent besonders
vom Boom bei den Auslandsgästen. Noch
stärker war der Anstieg in den
größeren Städten mit 50000 bis
100000 Einwohnern (+4,3 Prozent) und vor allem den
Großstädten ab 100000 Einwohnern (+5,6
Prozent).
Auch bei den Reisegebieten ließ sich diese
gespaltene Entwicklung erkennen. Die
beiden »klassischen« Sommerreiseziele des
Landes, nämlich der Schwarzwald und der Raum
Bodensee-Oberschwaben, mussten
Übernachtungsverluste um 1,5 bzw. 3,1 Prozent
hinnehmen.
Demgegenüber verzeichneten alle Reisegebiete
der ehemaligen Reiseregion Neckarland-Schwaben
Übernachtungszuwächse, allen voran das
Reisegebiet Mittlerer Neckar, das um stattlich 10,2
Prozent zulegen konnte, darunter bei den
Auslandgästen sogar um fast 27 Prozent. Damit
scheinen also vor allem der Austragungsort
Stuttgart und seine nähere Umgebung
nachhaltiger von der Fußball-WM profitiert zu
haben. (PR)
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Auslastung
der
69 Baden-Badener Hotels mit
insgesamt 3359 Betten:
(Zahlen
gerundet) vom
Statistischen Landesamt BW.
|
Monat
|
%
|
|
Januar
|
26,1
|
|
Febraur
|
30,3
|
|
März
|
34,2
|
|
April
|
43,9
|
|
Mai
|
45,8
|
|
Juni
|
49,9
|
|
Juli
|
45,7
|
|
August
|
49,6
|
|
September
|
51,1
|
|
Oktober
|
51,9
|
|
November
|
38,4
|
|
Dezember
|
39,1
|
Laut
Statistischem Landesamt Baden-Württemberg lag
die Durchschnittsauslastung der 69 Baden-Badener
Hotels, die über mehr als 8 Betten
verfügen, vom Januar bis Dezember 2006 bei
42,4 Prozent. Da die 5 und 4 Sterne-Hotels
traditionell eine überdurchschnittliche
Auslastung haben, lag die Auslastung bei den Hotels
im mittleren und unteren Preissegment bei rund 39
Prozent.
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